Raffael (6)
1804Wie voll Unschuld du bist, du süß jungfräuliches Antlitz, So befangen, so sanft, kaum noch der Kindheit entblüht. Schüchtern noch thust du, obwohl schon Mutter geworden, so bist du Dir′s nicht bewußt, und weißt selbst noch nicht, wie dir geschah.
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Interpretation
Das Gedicht "Raffael (6)" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt die Unschuld und Sanftheit eines jungen weiblichen Gesichts, das gerade erst die Kindheit hinter sich gelassen hat. Die Dichterin betont die Schüchternheit und Verwirrung der jungen Mutter, die sich ihrer neuen Rolle noch nicht bewusst ist und nicht weiß, wie ihr dies widerfahren ist. Das Gedicht vermittelt eine zarte und einfühlsame Stimmung und spiegelt die Verletzlichkeit und den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter wider. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und emotional. Die Verwendung von Adjektiven wie "unschuldig", "süß", "jungfräulich", "befangen" und "sanft" unterstreicht die Reinheit und Zartheit des beschriebenen Gesichts. Die Wiederholung des Wortes "so" verstärkt den Eindruck von Sanftheit und Unschuld. Die Metapher des "Entblühens" deutet auf den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter hin, der gerade erst begonnen hat. Das Gedicht endet mit der Betonung der Verwirrung und des Unwissens der jungen Mutter. Sie ist sich ihrer neuen Rolle noch nicht bewusst und weiß nicht, wie ihr dies widerfahren ist. Dies könnte auf die plötzliche Verantwortung und die Veränderungen hinweisen, die mit der Mutterschaft einhergehen. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung von Zartheit, Unschuld und Verwirrung, die den Übergang vom Kindsein zum Erwachsenenalter und die damit verbundenen Veränderungen widerspiegelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- kaum noch der Kindheit entblüht
- Ironie
- Du′s nicht bewußt, und weißt selbst noch nicht, wie dir geschah
- Kontrast
- Schüchtern noch thust du, obwohl schon Mutter geworden
- Metapher
- du süß jungfräuliches Antlitz
- Personifikation
- So befangen, so sanft