Raffael (2)
1893In die glänzenden Himmel in überschwänglicher Glorie Hebt sich der Heiland der Welt über den Tabor empor. Wie er im Lichte zumal der enthüllten Herrlichkeit Gottes, Nicht als den Menschen, wie er Menschen erschienen, sich zeigt, Also dünkt mich, hat auch in seiner vollendeten Hoheit Raffaels Genius sich unseren Augen verklärt.
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Interpretation
Das Gedicht "Raffael (2)" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor, wie sie in der Bibel überliefert ist. Waiblinger vergleicht diese göttliche Erscheinung mit dem Genie des Künstlers Raffael, das sich ebenfalls in vollendeter Hoheit den menschlichen Augen enthüllt hat. Der Dichter sieht in Raffael einen Künstler, der die göttliche Schönheit und Herrlichkeit in seinen Werken zum Ausdruck gebracht hat. In den ersten beiden Versen wird die Himmelfahrt Christi in überschwänglicher Glorie beschrieben. Der Heiland erhebt sich in strahlendem Licht über den Berg Tabor. Waiblinger betont, dass Christus sich hier nicht mehr als Mensch, sondern in seiner göttlichen Herrlichkeit zeigt. Dieses Bild der Verklärung wird zum Vergleich herangezogen, um die künstlerische Vollendung Raffaels zu verdeutlichen. Im letzten Vers wird der Vergleich zwischen Christus und Raffael konkret. Waiblinger deutet an, dass auch Raffael in seiner vollendeten Hoheit, seinem genialen Schaffen, den menschlichen Augen erschienen ist. Wie Christus sich in seiner Herrlichkeit den Jüngern offenbarte, so hat sich auch Raffael durch seine Kunstwerker in vollendeter Schönheit und Vollkommenheit gezeigt. Waiblinger stellt Raffael somit als einen Künstler dar, der göttliche Inspiration und Vollendung in seinen Werken zum Ausdruck gebracht hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Allusion
- der Heiland der Welt über den Tabor empor
- Hyperbel
- In die glänzenden Himmel in überschwänglicher Glorie
- Metapher
- In die glänzenden Himmel in überschwänglicher Glorie
- Personifikation
- Hebt sich der Heiland der Welt über den Tabor empor
- Symbolik
- Raffaels Genius sich unseren Augen verklärt
- Vergleich
- Nicht als den Menschen, wie er Menschen erschienen, sich zeigt