Rätsel 4

Wilhelm Hauff

1802

Noch sitzt auf halbzerfallnem Throne, Noch hält die längst bestrittne Krone Die alte Königin der Welt. Ob sie wohl je vom Throne fällt? Vielleicht; doch liest du sie von hinten, So wirst du einen König finden, Der herrscht, seitdem die Welt besteht, Des Reich nur mit der Welt vergeht, Sie schießt nicht ew′ge Donnerkeile, Doch ewig treffen Pfeile.

Auflösung:[Roma - Amor]

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Interpretation

Das Gedicht "Rätsel 4" von Wilhelm Hauff ist ein Rätselgedicht, das sich mit dem Thema der Herrschaft und der Zeit beschäftigt. Es stellt eine Frage nach der Beständigkeit der Macht und der Herrschaft, indem es eine alte Königin beschreibt, die auf einem halbzerfallenen Thron sitzt und eine längst bestrittene Krone trägt. Die Frage, ob sie jemals vom Thron fallen wird, bleibt offen, doch die Antwort liegt in der Umkehrung des Textes verborgen. Wenn man das Gedicht von hinten liest, findet man einen König, der seit Bestehen der Welt herrscht und dessen Reich nur mit der Welt vergeht. Dieser König schießt keine ewigen Donnerkeile, sondern ewige Pfeile. Die Auflösung des Rätsels lautet "Roma - Amor", was auf den römischen Gott Amor hinweist, der als Symbol der ewigen Liebe und der unaufhaltsamen Macht der Liebe steht. Das Gedicht spielt mit der Idee der Umkehrung und der Verborgenheit von Wahrheiten. Es zeigt, dass die wahre Macht und Herrschaft nicht immer offensichtlich ist und dass die Antwort auf eine Frage manchmal in einer anderen Perspektive oder einer anderen Form der Betrachtung liegt. Die Metapher des Königs und der Königin kann als Symbol für die verschiedenen Aspekte der Macht und der Herrschaft verstanden werden, wobei der König für die ewige und unaufhaltsame Macht der Liebe steht, die über die Zeit hinweg besteht.

Schlüsselwörter

welt throne sitzt halbzerfallnem hält längst bestrittne krone

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Noch sitzt auf halbzerfallnem Throne, Noch hält die längst bestrittne Krone
Antithese
Doch ewig treffen Pfeile.
Enjambement
Vielleicht; doch liest du sie von hinten, So wirst du einen König finden,
Metapher
Noch sitzt auf halbzerfallnem Throne, Noch hält die längst bestrittne Krone Die alte Königin der Welt.
Personifikation
Doch ewig treffen Pfeile.
Rhetorische Frage
Ob sie wohl je vom Throne fällt?