Qualen
unknownSieh′, ich verdurste! all mein Wesen lechzet Nach deiner Seele, deinem tiefsten Selbst! Du bist mir jetzt so quälend fern geworden! Ich will mich fest in deine Seele saugen, Ich will, ich muss all deine Thränen schlürfen, Muss mich ertränken in dem fremden Ich. Es drängt mich fiebernd aus mir selbst hinaus: Der eig′nen Psyche aufgepeitschte Fluten Will ich … muss ich zu Füssen dir verbluten!
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Interpretation
Das Gedicht "Qualen" von Lisa Baumfeld handelt von einer intensiven emotionalen Abhängigkeit und dem Verlangen nach tiefem Verständnis und Verbindung mit einer anderen Person. Der Sprecher fühlt sich von einer unstillbaren Sehnsucht getrieben, die Seele des anderen zu erforschen und sich vollständig in ihr aufzulösen. Die erste Strophe verdeutlicht die Verzweiflung und das Leiden des Sprechers, der sich nach der Seele des anderen sehnt und von ihr besessen ist. Die Verwendung von Wörtern wie "verdürsten" und "lechzen" unterstreicht die Dringlichkeit und Intensität dieses Verlangens. In der zweiten Strophe wird die obsessive Natur dieser Sehnsucht noch deutlicher. Der Sprecher möchte sich in die Seele des anderen "hineinsaugen" und all seine Tränen "schlürfen", um sich schließlich in diesem fremden Ich zu ertränken. Dieses Bild der Verschmelzung und Auflösung in der anderen Person deutet auf eine extreme Form der emotionalen Abhängigkeit hin. Die dritte Strophe beschreibt den inneren Zwang, der den Sprecher antreibt. Die "aufgepeitschten Fluten" seiner eigenen Psyche drängen ihn dazu, sich dem anderen hinzugeben und sich vor ihm "zu verbluten". Dieses Bild des Blutvergießens symbolisiert die Bereitschaft, sich vollständig aufzugeben und dem anderen zu gehören, selbst wenn es schmerzhaft ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefgreifende emotionale Verwirrung und die zerstörerische Kraft unerfüllter Sehnsucht. Es zeigt die Gefahr, sich in einer anderen Person zu verlieren und die eigenen Grenzen aufzulösen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich will mich fest in deine Seele saugen
- Metapher
- zu Füssen dir verbluten
- Personifikation
- mein Wesen lechzet