Pst!
1932Es gibt ja leider Sachen und Geschichten, Die reizend und pikant, Nur werden sie von Tanten und von Nichten Niemals genannt.
Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen, Sei zart und schweig auch du. Bedenk: Man liebt den Käse wohl, indessen Man deckt ihn zu.
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Interpretation
Das Gedicht "Pst!" von Wilhelm Busch thematisiert die Kunst des Schweigens und der Zurückhaltung in gesellschaftlichen Situationen. Es beginnt mit der Feststellung, dass es Dinge und Geschichten gibt, die zwar reizvoll und pikant sind, aber von bestimmten Personen, wie Tanten und Nichten, nie erwähnt werden. Dies deutet auf einen gesellschaftlichen Kodex hin, der bestimmte Themen als unangemessen oder tabu ansieht. Der zweite Teil des Gedichts richtet sich direkt an den Leser, der als "Verehrter Freund" angesprochen wird. Der Autor rät dazu, nicht zu forsch oder unbedacht zu sein, sondern stattdessen zart und schweigsam zu bleiben. Dies unterstreicht die Bedeutung von Takt und Diskretion im Umgang mit heiklen Themen. Der abschließende Vergleich mit dem Käse ist besonders treffend. Er suggeriert, dass man bestimmte Dinge zwar durchaus schätzt oder genießt, aber dennoch nicht unbedingt zur Schau stellen oder offen diskutieren möchte. Dieser Vergleich verdeutlicht die Notwendigkeit, manchmal die Decke über bestimmte Themen zu ziehen, um soziale Harmonie zu wahren und Anstand zu bewahren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Man liebt den Käse wohl, indessen Man deckt ihn zu
- Ironie
- Es gibt ja leider Sachen und Geschichten, Die reizend und pikant, Nur werden sie von Tanten und von Nichten Niemals genannt
- Metapher
- Man liebt den Käse wohl, indessen Man deckt ihn zu