Prinz Eugen, der edle Ritter

Ferdinand Freiligrath

1845

Zelte, Posten, Werda-Rufer! Lustge Nacht am Donauufer! Pferde stehn im Kreis umher Angebunden an den Pflöcken; An den engen Sattelböcken Hangen Karabiner schwer.

Um das Feuer auf der Erde, Vor den Hufen seiner Pferde Liegt das östreichsche Pikett. Auf dem Mantel liegt ein jeder, Von den Tschakos weht die Feder. Leutnant würfelt und Kornett.

Neben seinem müden Schecken Ruht auf einer wollnen Decken Der Trompeter ganz allein: “Laßt die Knöchel, laßt die Karten! Kaiserliche Feldstandarten Wird ein Reiterlied erfreun!

Vor acht Tagen die Affäre Hab ich, zu Nutz dem ganzen Heere, In gehörgen Reim gebracht; Selber auch gesetzt die Noten; Drum, ihr Weißen und ihr Roten Merket auf und gebet acht!”

Und er singt die neue Weise Einmal, zweimal, dreimal leise Denen Reitersleuten vor; Und wie er zum letzten Male Endet, bricht mit einem Male Los der volle kräftge Chor:

“Prinz Eugen, der edle Ritter!” Hei, das klang wie Ungewitter Weit ins Türkenlager hin. Der Trompeter tät den Schnurrbart streichen Und sich auf die Seite schleichen Zu der Marketenderin.

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Illustration zu Prinz Eugen, der edle Ritter

Interpretation

Das Gedicht "Prinz Eugen, der edle Ritter" von Ferdinand Freiligrath beschreibt eine nächtliche Szene am Donauufer, wo österreichische Soldaten ihr Lager aufgeschlagen haben. Die Atmosphäre ist von einer entspannten und geselligen Stimmung geprägt, während die Soldaten um das Feuer sitzen und sich mit verschiedenen Aktivitäten die Zeit vertreiben. Im Mittelpunkt der Szene steht ein Trompeter, der sich von den anderen Soldaten abhebt. Er präsentiert seinen Kameraden ein neues Reiterlied, das er selbst verfasst und komponiert hat. Das Lied handelt von Prinz Eugen, einem berühmten österreichischen Feldherrn. Der Trompeter singt die Melodie zunächst leise und allein, um sie den anderen vorzutragen. Schließlich stimmen die Soldaten ein und singen das Lied gemeinsam in voller Stärke. Die kraftvolle Stimme des Chores hallt weit ins feindliche Lager der Türken hinein. Nachdem das Lied beendet ist, zieht sich der Trompeter zufrieden zurück und sucht das Gespräch mit einer Marketenderin. Das Gedicht vermittelt ein Gefühl von Kameradschaft, Stolz und Zuversicht unter den österreichischen Soldaten.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Lustge Nacht am Donauufer!
Anapher
Trompeter tät den Schnurrbart streichen Und sich auf die Seite schleichen
Bildsprache
Pferde stehn im Kreis umher Angebunden an den Pflöcken
Enjambement
Lustge Nacht am Donauufer! Pferde stehn im Kreis umher
Metapher
Hei, das klang wie Ungewitter
Personifikation
An den engen Sattelböcken Hangen Karabiner schwer
Reimschema
A-B-A-B-C-C-D-D-E-E-F-F-G-G
Symbolik
Kaisersliche Feldstandarten
Vergleich
Hei, das klang wie Ungewitter