Preis des Schöpfers

Christian Fürchtegott Gellert

1731

Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von Bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater!

Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne?

Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen!

Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre!

Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe.

Erheb ihn ewig, o mein Geist! Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn, Und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen?

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Illustration zu Preis des Schöpfers

Interpretation

Das Gedicht "Preis des Schöpfers" von Christian Fürchtegott Gellert ist ein Lobpreis Gottes, der die Schöpfung und die Menschheit in den Mittelpunkt stellt. Der Dichter bewundert die Macht, Weisheit und Liebe Gottes und fragt sich, wie er Gott angemessen ehren kann. Das Gedicht beschreibt die Wunder der Schöpfung, wie den Himmel, die Sonne, die Sterne, den Wind, den Regen und die Erde. Der Dichter betont, dass alles in der Natur Gott preist und ihm Ehre bringt. Auch der Mensch wird als ein Wunder der Schöpfung dargestellt, der durch seinen Körper und seinen Geist Gottes Güte und Größe bezeugt. Das Gedicht endet mit einem Aufruf zur ewigen Erhebung Gottes und zur Verehrung und dem Dienst an ihm. Der Dichter fragt, wer Gott nicht dienen wollen würde, und betont die Allgegenwart Gottes in der Natur und im Menschen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke zu Preis des Schöpfers

Stilmittel

Alliteration
Bringt, ruft auch der geringste Wurm
Anapher
Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, / Die Weisheit deiner Wege, / Die Liebe, die für alle wacht, / Anbetend überlege: / So weiß ich, von Bewundrung voll, / Nicht, wie ich dich erheben soll, / Mein Gott, mein Herr und Vater!
Apostrophe
Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht...
Chiasmus
Und alle Welt fürcht ihren Herrn, / Und hoff auf ihn und dien ihm gern!
Hyperbel
Gott, deine Güte reicht so weit, / So weit die Wolken reichen!
Metapher
Der Himmel, prächtig ausgeschmückt
Parallelismus
Dich predigt Sonnenschein und Sturm, / Dich preist der Sand am Meere.
Personifikation
Wer ruft dem Heer der Sterne?
Rhetorische Frage
Wer hat die Sonn an ihm erhöht? / Wer kleidet sie mit Majestät?
Synästhesie
Erheb ihn ewig, o mein Geist! / Erhebe seinen Namen!