Portrait Rudolf Blümner
1934Der Stimme schwendet Kopf verquer die Beine. Greizt Arme quälte schlingern Knall um Knall. Unstrahlend ezen Kriesche quäke Dreiz. Und Knall um Knall. Verquer den Knall zerasen Fetzen Strammcher quill. Und Knall um Knall. Und Knall um Knall. Kreuzt Arme beinen quillt den Stuhl. Der Stuhl ist eine Schraube, klammerwin den Stramm. Und Knall um Knall der Stimme köpft. Die Beine schrauben Arme würgend liss.
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Interpretation
Das Gedicht "Portrait Rudolf Blümner" von Kurt Schwitters ist ein experimentelles Werk, das die Grenzen der Sprache und der Bedeutung auslotet. Es verwendet eine unkonventionelle Syntax und eine Vielzahl von Neologismen, um eine surreale und verstörende Atmosphäre zu schaffen. Die Wiederholung von "Und Knall um Knall" durchzieht das Gedicht wie ein rhythmischer Puls und verstärkt das Gefühl von Chaos und Zerfall. Die Bildsprache des Gedichts ist fragmentiert und verstümmelt, was die Desintegration des dargestellten Subjekts widerspiegelt. Die Körperteile scheinen sich zu verzerren und zu verschieben, was auf eine Art körperlichen oder psychischen Zusammenbruchs hindeutet. Die Verwendung von Wörtern wie "schwendet", "greizt" und "quäle" verleiht dem Gedicht eine aggressive und gewalttätige Note. Die Struktur des Gedichts, mit seinen kurzen, abgehackten Zeilen und der Wiederholung bestimmter Phrasen, erzeugt einen mechanischen und fast roboterhaften Rhythmus. Dies könnte als Kommentar auf die Entmenschlichung oder die Auswirkungen der Moderne auf den Einzelnen interpretiert werden. Die abschließende Zeile, in der die Beine die Arme würgend liss, hinterlässt einen starken und beunruhigenden Eindruck und deutet auf eine vollständige Umkehrung oder Verkehrung der natürlichen Ordnung hin.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Stimme schwendet, Kopf verquer, Beine, Greizt Arme, quälte schlingern, Knall um Knall, Unstrahlend ezen, Kriesche quäke, Dreiz, Verquer den Knall, zerasen Fetzen, Strammcher quill, Kreuzt Arme, beinen quillt, Schraube, klammerwin den Stramm, Stimme köpft, Beine schrauben Arme
- Anapher
- Knall um Knall (wiederholt viermal)
- Metapher
- Der Stuhl ist eine Schraube
- Onomatopoesie
- Knall um Knall
- Wortneuschöpfung
- schwendet, Greizt, ezen, quäke, Strammcher, klammerwin