Pilgerlied

Sigmund von Birken

1826

Ziehet hin! spricht zu den Seelen, Der dem Adam Odem gab. Geht, ihr Kinder, in die Hölen, Die ich euch gebauet hab′. Wandert hin! Kommt wieder her! Sucht durch Elend Sternenehr′!

Unser Gasthaus ist die Erde, Sie ist unsre Heimath nicht. Unser Wallen voll Beschwerde Nach dem Himmel ist gericht′. Für uns ist kein Bleiben hier, Jene Wohnstatt suchen wir.

Uns schützt wider Sonn′ und Regen Gottes Hand, der Pilgerhut, Und der Stab auf unsern Wegen Ist sein Wort, so Hülfe thut. Der macht unsern Tritt gewiß In dem Thal der Finsterniß.

Sorgen, Sünden, die uns drücken, Unsre Wanderbündel sind, Bis das Reiseziel den Rücken Von der schweren Last entbind′. Wann sich endet unser Lauf, Schlafen wir dann sanft darauf.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Pilgerlied

Interpretation

Das Gedicht "Pilgerlied" von Sigmund von Birken ist eine spirituelle Reise durch das Leben. Es beginnt mit einem Aufruf an die Seelen, sich auf den Weg zu machen, um die Höhlen zu erkunden, die ihnen gegeben wurden. Die Reise wird als eine Suche nach Sternenehr beschrieben, was auf eine spirituelle Erleuchtung hindeutet. Das Gedicht betont, dass die Erde nur ein vorübergehender Aufenthaltsort ist und das wahre Ziel der Himmel ist. Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Reise voller Schwierigkeiten sein wird, aber dass Gott als Schutz und Führer dienen wird. Das Gedicht beschreibt die Erde als ein Gasthaus, das nicht unser endgültiges Zuhause ist. Es betont, dass unser Leben voller Beschwerden ist und dass unser Ziel der Himmel ist. Das Gedicht verwendet das Bild des Pilgers, um die menschliche Existenz zu beschreiben. Es wird darauf hingewiesen, dass wir auf unserer Reise von Gott beschützt werden, der uns wie ein Pilgerhut vor der Sonne und dem Regen schützt. Sein Wort dient als Stab, der uns auf unserem Weg hilft und unseren Schritt im Tal der Finsternis sicher macht. Das Gedicht schließt mit der Erkenntnis, dass Sorgen und Sünden die Lasten sind, die wir auf unserer Reise tragen. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Lasten erst am Ende unserer Reise abfallen werden. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass wir am Ende unserer Reise sanft auf unseren Lasten schlafen werden, was auf einen friedlichen Tod und eine Ruhe nach dem Leben hindeutet. Insgesamt ist das Gedicht eine tiefgründige Reflexion über das Leben als spirituelle Reise und die Hoffnung auf ein friedliches Ende.

Schlüsselwörter

hin unsre unsern ziehet spricht seelen adam odem

Wortwolke

Wortwolke zu Pilgerlied

Stilmittel

Allegorie
Uns schützt wider Sonn′ und Regen Gottes Hand, der Pilgerhut
Bildsprache
In dem Thal der Finsterniß
Kontrast
Für uns ist kein Bleiben hier, Jene Wohnstatt suchen wir
Metapher
Schlafen wir dann sanft darauf
Personifikation
Der dem Adam Odem gab
Symbolik
Gottes Hand, der Pilgerhut