Phantaisie d′Amour

Lisa Baumfeld

unknown

…Du aber kennst mich nur, wenn ernst und bleich mein Wesen ist gestimmt, harmonisch … gleich … Und alles wird in mir: Gedanke, Seele …

Ahnst du den Sturm, den ich dir scheu verhehle, Und jene Glut, die in den Pulsen brennt, Und die man zitternd, schaudernd nur erkennt …? Und aller Nerven krankes, heißes Beben … Den wilden Fieberdurst in mir nach Leben …? Ahnst du, welch toller Wahn mich oft umflirrt?

Sieh′ nicht auf mich … weil mich dein Blick verwirrt … Ich will dir beichten:

Oft in schwüler Nacht Hab′ ich ein fernes Märchenland erdacht, Wo goldigblonde Sommerlüfte kosen Und blasser Flieder blüht und purpurtrunk′ne Rosen, Wo alles Klang und Farbe, Duft und Glanz Und Elfenlied und leichter Elfentanz, Und alle Brisen süß vom Blumenhauch geschwellt …

Im Frühlingsschatten′ grünlich matt erhellt, Wo dämm′rig Klingen, dämm′rig Träumen webt, Ein Elfenpaar sein Märchenleben lebt … Das Paar sind du und ich, in duft′gem Liebestraum … Vom Ast flockt rosenroth thaufeuchter Blütenschaum In deine Locken … weiche Frühlingsthränen … Und dir zu Füßen ich.

In traumhaft stillem Sehnen Schau′ ich empor und küsse dein Gewand. Da legst du lächelnd deine weiße Hand mir auf die Stirne …

Laue Lüfte fächeln … Ich fühle nichts als dich - dich, dein geliebtes Lächeln … Und schau′ dir tief und durstig in die Augen, Um schauernd deine Seele einzusaugen … Ringsum ist Stille … Erd′ und Himmel lauscht … Da sink′ ich an dein Herz, betäubt, berauscht, Und häng′ an dir mit schwerem, langem Kuß …

Und alles rings versinkt, wird Flamme, Glut, Genuß … Ich weiß nichts mehr von mir …

Fernher tönt leises Singen … Lass′ mich in diesem Kuß … vergeh′n … verglüh′n … verklingen …

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Illustration zu Phantaisie d′Amour

Interpretation

Das Gedicht "Phantaisie d′Amour" von Lisa Baumfeld ist ein leidenschaftliches und emotionales Werk, das die tiefe Sehnsucht und die intensiven Gefühle des lyrischen Ichs nach einer geliebten Person zum Ausdruck bringt. Das Gedicht ist geprägt von einer Mischung aus romantischer und erotischer Stimmung, die sich in den verschiedenen Strophen entfaltet. Im ersten Teil des Gedichts wird die innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs deutlich. Es spricht von einer Harmonie und Ernsthaftigkeit, die es ausstrahlt, aber auch von einem verborgenen Sturm und einer brennenden Glut, die es nicht offenbaren kann. Diese Dualität deutet auf eine tiefe innere Unruhe und die Angst hin, die eigenen Gefühle zu zeigen. Im zweiten Teil des Gedichts entführt das lyrische Ich den Leser in eine märchenhafte Welt, die es sich in der Nacht ausgedacht hat. Diese Welt ist voller Schönheit, Düfte und Klänge, und es wird ein Elfenpaar beschrieben, das ein Märchenleben führt. Dieses Elfenpaar symbolisiert das lyrische Ich und die geliebte Person, die in einem Traum von Liebe vereint sind. Die Beschreibung dieser Traumwelt ist voller sinnlicher Details und vermittelt eine Atmosphäre von Verzauberung und Romantik. Im letzten Teil des Gedichts erreicht das Gedicht seinen Höhepunkt in einer intensiven Liebeserklärung. Das lyrische Ich sehnt sich danach, die Seele der geliebten Person zu "einsaugen" und sich in einem Kuss aufzulösen. Die Stille und die Aufmerksamkeit von Erde und Himmel unterstreichen die Intensität des Moments. Das Gedicht endet mit dem Wunsch, in diesem Kuss zu vergehen, zu verglühen und zu verklingen, was die vollständige Hingabe und Verschmelzung mit der geliebten Person symbolisiert.

Schlüsselwörter

seele ahnst glut oft duft dämm rig schau

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Stilmittel

Alliteration
Und die man zitternd, schaudernd nur erkennt
Anapher
Und jene Glut, die in den Pulsen brennt, Und die man zitternd, schaudernd nur erkennt ... Und aller Nerven krankes, heißes Beben ... Den wilden Fieberdurst in mir nach Leben ...
Assonanz
Und jene Glut, die in den Pulsen brennt
Enjambement
Und alles wird in mir: Gedanke, Seele ... Ahnst du den Sturm, den ich dir scheu verhehle, Und jene Glut, die in den Pulsen brennt
Hyperbel
Und häng′ an dir mit schwerem, langem Kuß
Metapher
Wo goldigblonde Sommerlüfte kosen
Personifikation
Wo alles Klang und Farbe, Duft und Glanz Und Elfenlied und leichter Elfentanz
Symbolik
Und blasser Flieder blüht und purpurtrunk′ne Rosen
Vergleich
mein Wesen ist gestimmt, harmonisch ... gleich