Pflicht zu verliebten Gesprächen
1744In den lauten Nachtigallen Lockt und schlägt und jauchzt die Liebe; In der Lerche unterm Himmel Lobt und tiriliert die Liebe; In dem Enter auf dem Wasser Schwimmt und schnattert nichts als Liebe; In den Schwalben unterm Dache Zwitschert, baut und spricht die Liebe; In den Spatzen vor dem Fenster Lauscht und ruft und hüpft die Liebe; In dem Täuber, in der Taube Girrt und lockt und lacht die Liebe; In den Tönen meiner Laute Klingt und lobt und scherzt die Liebe; In dem Kind auf meinem Schoße Hüpft und scherzt und singt die Liebe: Alles Wild in freiem Felde, Alle Vögel unterm Himmel, Haben Stimmen zu der Liebe; Alles scherzt und spricht vom Lieben; Soll ich denn davon nicht sprechen?
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Interpretation
Das Gedicht "Pflicht zu verliebten Gesprächen" von Johann Wilhelm Ludwig Gleim thematisiert die allgegenwärtige Liebe in der Natur. Durch die lebendige Beschreibung verschiedener Vögel und ihrer lieblichen Gesänge vermittelt der Autor, dass die Liebe ein universelles Phänomen ist, das alle Lebewesen verbindet. Die Vielfalt der vorgestellten Tiere und ihre spezifischen Verhaltensweisen unterstreichen die Ubiquität der Liebe in der Natur. In den einzelnen Strophen wird die Liebe in unterschiedlichen Kontexten dargestellt, sei es in der Nachtigall, die in der Nacht lockt, oder in der Lerche, die unter dem Himmel lobt. Diese Vielfalt zeigt, dass die Liebe in allen Facetten des Lebens präsent ist und sich in verschiedenen Formen ausdrückt. Die Verwendung von Verben wie "lockt", "jauchzt", "lobt" und "girrt" verleiht dem Gedicht eine lebhafte und emotionale Atmosphäre. Das Gedicht schließt mit einer rhetorischen Frage, die den Leser dazu auffordert, über die eigene Rolle in Bezug auf die Liebe nachzudenken. Die Frage "Soll ich denn davon nicht sprechen?" impliziert, dass der Mensch ebenso wie die Vögel die Pflicht hat, über die Liebe zu sprechen und sie zu feiern. Diese abschließende Frage betont die Bedeutung der Liebe als zentrales Thema des Gedichts und fordert den Leser auf, sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Lobs und tiriliert die Liebe, Schwimmt und schnattert nichts als Liebe, Läuscht und ruft und hüpft die Liebe
- Anapher
- In den lauten Nachtigallen, In der Lerche unterm Himmel, In dem Enter auf dem Wasser, In den Schwalben unterm Dache, In den Spatzen vor dem Fenster, In dem Täuber, in der Taube, In den Tönen meiner Laute, In dem Kind auf meinem Schoße
- Parallelismus
- In den lauten Nachtigallen, In der Lerche unterm Himmel, In dem Enter auf dem Wasser, In den Schwalben unterm Dache, In den Spatzen vor dem Fenster, In dem Täuber, in der Taube
- Personifikation
- Lockt und schlägt und jauchzt die Liebe, Lobt und tiriliert die Liebe, Schwimmt und schnattert nichts als Liebe, Zwitschert, baut und spricht die Liebe, Lauscht und ruft und hüpft die Liebe, Girrt und lockt und lacht die Liebe, Klingt und lobt und scherzt die Liebe, Hüpft und scherzt und singt die Liebe
- Rhetorische Frage
- Soll ich denn davon nicht sprechen?