Pflaumenschütteln

Hanns von Gumppenberg

1866

Schwer von der blauen Last der Pflaumen Beugt sich der reiche Baum entgegen - Fassen ihn auch schon frohe Hände, Rauscht in das Gras der Früchte-Regen.

Hei, wie das springt im weiten Kreise, Hei, wie das greift und häuft um die Wette, Daß man nur schnell den Segen berge Und in den Korb ihn sorglich bette!

Eilig beendet ist die Ernte - Einsam schon wieder schweigt der Garten: Wo unter Halmen noch zwei Pflaumen Ruhn, die umsonst des Finders harrten.

Sind just die süßesten, sonnenreifsten, Die so verschmäht nun enden sollen, Tief in der eklen Nebelfeuchte Nutzlos vermodernd.. und sie grollen:

“Müssen nur darum wir verderben, Dürfen nur darum wir nicht munden Ihnen, für die wir reif geworden, Weil sie uns nicht sogleich gefunden?”

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Pflaumenschütteln

Interpretation

Das Gedicht "Pflaumenschütteln" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die Ernte von Pflaumen und die damit verbundenen Emotionen und Gedanken. Das Gedicht ist in drei Strophen unterteilt, die jeweils einen anderen Aspekt der Ernte beleuchten. Die erste Strophe beschreibt die Pflaumenernte als ein freudiges Ereignis, bei dem der Baum unter der Last der Früchte bebt und die Hände der Pflücker eifrig zugreifen. Die zweite Strophe setzt diesen Ton fort und beschreibt die Hektik und den Eifer, mit dem die Pflücker die Früchte einsammeln und in Körbe legen. Die dritte Strophe hingegen nimmt eine melancholische Wendung und beschreibt, wie zwei Pflaumen auf dem Boden liegen bleiben und ungenutzt verderben. Die Pflaumen werden als "grollend" beschrieben, da sie nicht von den Pflückern gefunden wurden und nun ungenutzt verderben müssen. Das Gedicht kann als eine Metapher für das Leben und die Vergänglichkeit der Dinge gelesen werden. Die Pflaumen stehen für die Möglichkeiten und Chancen, die uns im Leben begegnen. Die Pflücker symbolisieren die Menschen, die diese Chancen ergreifen und nutzen. Die zwei Pflaumen, die auf dem Boden liegen bleiben, stehen für die Möglichkeiten, die wir verpassen oder die uns entgehen. Das Gedicht regt zum Nachdenken darüber an, wie wir mit den Möglichkeiten umgehen, die uns das Leben bietet, und wie wir mit den Dingen umgehen, die wir nicht nutzen können.

Schlüsselwörter

pflaumen hei darum schwer blauen last beugt reiche

Wortwolke

Wortwolke zu Pflaumenschütteln

Stilmittel

Alliteration
Fassen ihn auch schon frohe Hände
Anapher
Hei, wie das springt im weiten Kreise, Hei, wie das greift und häuft um die Wette
Bildsprache
Wo unter Halmen noch zwei Pflaumen Ruhn
Hyperbel
Daß man nur schnell den Segen berge
Kontrast
Eilig beendet ist die Ernte - Einsam schon wieder schweigt der Garten
Metapher
Schwer von der blauen Last der Pflaumen
Onomatopoesie
Rauscht in das Gras der Früchte-Regen
Personifikation
Und sie grollen
Rhetorische Frage
Müssen nur darum wir verderben, Dürfen nur darum wir nicht munden Ihnen, für die wir reif geworden, Weil sie uns nicht sogleich gefunden?
Vergleich
Sind just die süßesten, sonnenreifsten