Pflaumenregen

Friedrich Wilhelm Güll

1812

Es steht ein Baum im Garten, von Pflaumen voll und schwer. Die Kinder drunten warten und lauschen ringsumher, ob nicht der Wind ihn rüttelt und all die Pflaumen schüttelt, daß alle purzeln kreuz und quer. Doch horcht, wie′s rauscht und rappelt! Im Wald wacht auf der Wind. Schon zischelt er und zappelt und trappelt her geschwind und wiegt und biegt die Äste, daß schier in ihrem Neste die Finken nimmer sicher sind.

Nun fällt ein Pflaumenregen, der aber macht nicht naß. Im Gras herumzufegen, ist da der größte Spaß. O Wind, o Wind, o rüttle, o Wind, o Wind, o schüttle! Wir grapsen ohne Unterlaß.

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Illustration zu Pflaumenregen

Interpretation

Das Gedicht "Pflaumenregen" von Friedrich Wilhelm Güll beschreibt die Vorfreude und das spielerische Verhalten von Kindern, die auf den Wind warten, um die Pflaumen von einem Baum im Garten zu schütteln. Die Kinder lauschen aufmerksam, in der Hoffnung, dass der Wind den Baum so sehr bewegt, dass die Pflaumen herabfallen. Die Erwartung und Ungeduld der Kinder werden durch die Wiederholung und den rhythmischen Aufbau des Gedichts verstärkt. Die zweite Strophe beschreibt den Wind, der schließlich kommt und die Äste des Baumes bewegt. Die Beschreibung des Windes als wachsam und aktiv, der zischt, zappelt und trappelt, verleiht ihm fast menschliche Züge. Die Kinder sind begeistert von der Bewegung des Baumes und dem herabfallenden Pflaumenregen, der sie nicht nass macht, sondern ihnen Freude bereitet. Das Pflaumenpflücken wird als ein Spiel dargestellt, das die Kinder mit großer Begeisterung betreiben. Die letzte Strophe zeigt die ungebremste Freude der Kinder über den herabfallenden Pflaumenregen. Sie rufen den Wind an, ihn zu schütteln und zu rütteln, und betonen ihre unermüdliche Lust am Pflaumenpflücken. Das Gedicht endet mit einer ausgelassenen Stimmung, die die kindliche Freude und das einfache Vergnügen am Spielen in der Natur einfängt.

Schlüsselwörter

wind pflaumen steht baum garten voll schwer kinder

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
von Pflaumen voll und schwer
Anapher
o Wind, o Wind, o rüttle, o Wind, o Wind, o schüttle
Bildsprache
Es steht ein Baum im Garten, von Pflaumen voll und schwer
Metapher
Nun fällt ein Pflaumenregen
Onomatopoesie
horcht, wie's rauscht und rappelt
Personifikation
Im Wald wacht auf der Wind
Wiederholung
o Wind, o Wind, o rüttle, o Wind, o Wind, o schüttle