Peregrina
1824Ein Irrsal kam in die Menschengärten Einer einst heiligen Liebe. Schaudernd entdeckt ich verjährten Betrug. Und mit weinendem Blick, doch grausam, Hieß ich das schlanke, Zauberhafte Mädchen Ferne gehen von mir. Ach, ihre hohe Stirn War gesenkt, denn sie liebte mich; Aber sie zog mit Schweigen Fort in die graue Welt hinaus.
Krank seitdem, Wund ist und wehe mein Herz. Nimmer wird es genesen!
Als ginge, luftgesponnen, ein Zauberfaden Von ihr zu mir, ein ängstig Band, So zieht es, zieht mich schmachtend ihr nach! - Wie, wenn ich eines Tags auf meiner Schwelle Sie sitzen fände, wie einst, im Morgen-Zwielicht, Das Wanderbündel. neben ihr, Und ihr Auge, treuherzig zu mir aufschauend, Sagte, da bin ich wieder Hergekommen aus weiter Welt!
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Interpretation
Das Gedicht "Peregrina" von Eduard Mörike erzählt von einer tiefen, aber tragisch endenden Liebe. Der Sprecher beschreibt, wie er einst einer heiligen Liebe begegnet ist, die jedoch durch Betrug entstellt wurde. Mit einem weinenden, aber grausamen Blick schickt er das schlanke, zauberhafte Mädchen fort, obwohl er spürt, dass sie ihn liebt. Die hohe Stirn des Mädchens ist gesenkt, als sie mit Schweigen in die graue Welt hinauszieht. Seit diesem schmerzlichen Abschied ist das Herz des Sprechers krank und verwundet, und es wird nie mehr genesen. Eine unsichtbare Verbindung, wie ein ängstigendes Band aus Zauberfaden, zieht ihn immer wieder zu ihr hin. Er sehnt sich nach ihrer Rückkehr und malt sich aus, wie es wäre, wenn sie eines Tages wieder vor seiner Tür stehen würde, mit ihrem Wanderbündel, und ihm treuherzig in die Augen schauen würde, um ihm zu sagen, dass sie aus der weiten Welt zurückgekehrt ist. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht und unerfüllte Liebe, die den Sprecher zeitlebens verfolgt. Die Bilder von Krankheit, Wunde und Schmerz symbolisieren die seelische Verletzung, die durch die Trennung entstanden ist. Die Vorstellung ihrer möglichen Rückkehr gibt dem Gedicht eine hoffnungsvolle, aber zugleich bittersüße Note, da die Sehnsucht nach der verlorenen Liebe ungestillt bleibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Wie, wenn ich eines Tags auf meiner Schwelle sie sitzen fände
- Hyperbel
- Krank seitdem, Wund ist und wehe mein Herz
- Metapher
- Das Wanderbündel
- Personifikation
- Ein Irrsal kam in die Menschengärten