Parteigeist

Friedrich von Schiller

1759

Wo Parteien entstehn, hält jeder sich hüben und drüben, Viele Jahre vergehn, eh sie die Mitte vereint.

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Interpretation

Das Gedicht "Parteigeist" von Friedrich von Schiller beschäftigt sich mit dem Phänomen der politischen Spaltung und der Schwierigkeit, diese zu überwinden. Es verdeutlicht, wie Menschen sich schnell in Lager aufteilen und wie lange es dauern kann, bis eine Mitte oder ein Kompromiss gefunden wird. Das Gedicht beginnt mit der Beobachtung, dass, wo Parteien entstehen, jeder sich auf eine Seite stellt, entweder "hüben" oder "drüben". Dies verdeutlicht die menschliche Neigung zur Polarisierung und die schnelle Bildung von Gruppen mit unterschiedlichen Meinungen und Interessen. Die Verwendung der Wörter "hüben" und "drüben" unterstreicht die räumliche und ideologische Trennung zwischen den Parteien. Der zweite Teil des Gedichts betont die Dauerhaftigkeit dieser Spaltung. Es heißt, dass "viele Jahre vergehn, eh sie die Mitte vereint". Dies deutet darauf hin, dass es eine lange Zeit dauert, bis die Parteien einen gemeinsamen Nenner finden oder sich auf einen Kompromiss einigen. Die Verwendung des Wortes "Mitte" impliziert, dass es einen ausgewogenen, zentristischen Standpunkt gibt, der die Interessen beider Parteien berücksichtigt, aber schwer zu erreichen ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine eher pessimistische Sicht auf die politische Landschaft. Es zeigt die menschliche Tendenz zur Spaltung und die Schwierigkeit, diese zu überwinden. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur politischer Konflikte und die Notwendigkeit von Kompromissen und Verständigung an.

Schlüsselwörter

parteien entstehn hält jeder hüben drüben viele jahre

Wortwolke

Wortwolke zu Parteigeist

Stilmittel

Alliteration
Wo Parteien entstehn, hält jeder sich hüben und drüben
Enjambement
Viele Jahre vergehn, eh sie die Mitte vereint
Parallelismus
Wo Parteien entstehn, hält jeder sich hüben und drüben, Viele Jahre vergehn, eh sie die Mitte vereint