Park Monceau
1890Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen. Hier bin ich Mensch - und nicht nur Zivilist. Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen sagt keine Tafel, was verboten ist.
Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen. Ein Vogel zupft an einem hellen Blatt. Ein kleiner Junge gräbt sich in der Nasen und freut sich, wenn er was gefunden hat.
Es prüfen vier Amerikanerinnen, ob Cook auch recht hat und hier Bäume stehn. Paris von außen und Paris von innen: sie sehen nichts und müssen alles sehn.
Die Kinder lärmen auf den bunten Steinen. Die Sonne scheint und glitzert auf ein Haus. Ich sitze still und lasse mich bescheinen und ruh von meinem Vaterlande aus.
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Interpretation
Das Gedicht "Park Monceau" von Kurt Tucholsky beschreibt die idyllische Atmosphäre eines Parks, in dem der Sprecher Ruhe und Menschlichkeit findet. Der Park dient als Zufluchtsort vor den Zwängen des zivilisierten Lebens, symbolisiert durch das Fehlen von Verbotsschildern. Die Natur ermöglicht es dem Sprecher, sich frei zu fühlen und unbeschwert zu träumen. Tucholsky malt ein lebendiges Bild des Parks durch verschiedene Details: einen Kullerball auf dem Rasen, einen Vogel, der an einem Blatt zupft, und einen kleinen Jungen, der sich an einer kindlichen Beschäftigung erfreut. Diese Beobachtungen unterstreichen die Unschuld und Einfachheit des Lebens im Park, die im Kontrast zu den Touristen steht, die die Umgebung nur mechanisch konsumieren, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Das Gedicht endet mit einer Reflexion über die Ruhe, die der Sprecher im Park findet, und seiner Fähigkeit, sich von den Sorgen seines Heimatlandes zu erholen. Die friedliche Atmosphäre des Parks ermöglicht es ihm, sich zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Unter grünen Bäumen
- Hyperbel
- Und ruh von meinem Vaterlande aus.
- Ironie
- Sie sehen nichts und müssen alles sehn.
- Metapher
- Hier bin ich Mensch - und nicht nur Zivilist.
- Personifikation
- Sagt keine Tafel, was verboten ist.