Palestrina
1804Deine Berge sind nackt. Kaum ragt aus dem Schutt noch die Pinie, Aermlich baust du und wild über die Trümmer dich hin. Deine größte Ruin′ ist der Tempel der alten Fortuna, Stolzes Präneste, und so schmachtest in Armuth du denn!
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Interpretation
Das Gedicht "Palestrina" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt die Ruinen der antiken Stadt Praeneste, die heute als Palestrina bekannt ist. Die Verse malen ein Bild von Verfall und Armut, das sich über die einst stolze und prächtige Stadt gelegt hat. Die Nacktheit der Berge und das spärliche Wachstum der Pinien symbolisieren die karge und unfruchtbare Natur der Landschaft, die von den Trümmern der Vergangenheit übersät ist. Die Stadt selbst wird als "ärmlich" und "wild" über diese Ruinen gebaut dargestellt, was auf einen Mangel an Ordnung und Pracht hinweist. Die Erwähnung des Tempels der alten Fortuna, der als die größte Ruine gilt, unterstreicht den Verlust des einstigen Glanzes und der Bedeutung der Stadt. Fortuna, die Göttin des Glücks und des Schicksals, war in Praeneste besonders verehrt, und ihr Tempel war ein zentrales Heiligtum. Die Tatsache, dass dieser Tempel nun in Trümmern liegt, symbolisiert den Niedergang der Stadt und den Verlust ihres früheren Wohlstands und ihrer Macht. Der Name "Stolzes Präneste" erinnert an die einstige Größe und den Stolz der Stadt, der nun der Armut und dem Verfall gewichen ist. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die von der Vergänglichkeit und dem unausweichlichen Verfall alles Menschlichen zeugt. Waiblinger bedauert den Verlust der einstigen Pracht und den jetzigen Zustand der Armut, in dem sich die Stadt befindet. Die Verse laden den Leser dazu ein, über die Vergänglichkeit von Macht und Reichtum nachzudenken und die Spuren der Geschichte in der heutigen Landschaft zu erkennen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schmachtest in Armuth
- Hyperbel
- Aermlich baust du und wild über die Trümmer dich hin
- Kontrast
- Stolzes Präneste, und so schmachtest in Armuth du denn!
- Metapher
- kaum ragt aus dem Schutt noch die Pinie
- Personifikation
- Deine Berge sind nackt