Ostia

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1804

Einsam graut das Kastell in weiter schweigender Wildniß, Trümmer der mächtigen Stadt liegen wie Gräber umher. Einst umspülte sie Meer, nun zog sich′s zurück, und die Erde Müssen wir jegliches Jahr seichter und trockener sehn.

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Illustration zu Ostia

Interpretation

Das Gedicht "Ostia" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt die einst blühende Stadt Ostia, die nun als einsames und verfallenes Kastell in einer stillen Wildnis liegt. Die mächtige Stadt ist zu Trümmern zerfallen, die wie Gräber um das Kastell herum verstreut sind. Die Veränderung der Landschaft wird durch den Rückzug des Meeres betont, das einst die Stadt umspülte. Nun wird die Erde jedes Jahr seichter und trockener, was den fortschreitenden Verfall und die Vergänglichkeit der einstigen Pracht symbolisiert. Waiblinger nutzt eindringliche Bilder, um die Einsamkeit und den Verfall von Ostia zu vermitteln. Das einsame Kastell in der stillen Wildnis vermittelt eine Atmosphäre der Verlassenheit und des Verfalls. Die Trümmer der Stadt, die wie Gräber umherliegen, verstärken das Gefühl des Verlustes und der Vergänglichkeit. Der Rückzug des Meeres und die zunehmende Trockenheit der Erde unterstreichen den unaufhaltsamen Verfall und die Veränderung der Landschaft im Laufe der Zeit. Das Gedicht reflektiert über die Vergänglichkeit menschlicher Errungenschaften und die unaufhaltsame Kraft der Natur. Ostia, einst eine mächtige Stadt, ist nun nur noch ein Schatten seiner selbst, umgeben von einer kargen und trockenen Landschaft. Waiblinger vermittelt eine melancholische Stimmung, die den Leser zum Nachdenken über die Vergänglichkeit aller Dinge anregt. Das Gedicht erinnert daran, dass selbst die größten menschlichen Leistungen der Zeit und den Elementen nicht standhalten können.

Schlüsselwörter

einsam graut kastell weiter schweigender wildniß trümmer mächtigen

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Stilmittel

Bildsprache
Einsam graut das Kastell in weiter schweigender Wildniß
Metapher
Trümmer der mächtigen Stadt liegen wie Gräber umher
Personifikation
Einst umspülte sie Meer, nun zog sich′s zurück