Onkel-Heini-Schlager

Kurt Schwitters

1927

Und wenn die Welten untergehn, Bleibt Onkel Heini doch bestehn, Denn unser braver Onkel Heini Hat immer noch die krummsten Beini.

Denn Heini braucht sich nicht zu bücken, Es kann ihn doch kein Stern erdrücken. Denn Sterne sausen stets bei Heini Hindurch durch seine krummen Beini.

O lieber Onkel Heini, Wie krumm sind deine Beini! Wie sind die Beini krumm, Wie ist das dumm!

Und ist der Erdenuntergang Vorbei schon kilometerlang, Der Stern ist längst vorbeigeflogen, Von Heinis krummem Bein betrogen -

Warum denn hat der Onkel Heini Noch immer stets die krummsten Beini, Denn liesse er sie grade machen, Dann würden alle Mädchen lachen.

O lieber Onkel Heini, Wie krumm sind deine Beini, Wie sind die Beini krumm, Wie ist das dumm!

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Illustration zu Onkel-Heini-Schlager

Interpretation

Das Gedicht "Onkel-Heini-Schlager" von Kurt Schwitters handelt von einer skurrilen und humorvollen Figur namens Onkel Heini, dessen krumme Beine im Mittelpunkt stehen. Die wiederholte Betonung seiner "krummsten Beini" verleiht dem Gedicht einen rhythmischen und fast wiegenden Charakter, der an einen Schlager erinnert. Onkel Heini wird als unverwüstliche und fast übermenschliche Figur dargestellt, die selbst den Untergang der Welten überdauert. Seine krummen Beine dienen als Metapher für seine Unverwundbarkeit und Einzigartigkeit, da selbst die Sterne durch sie hindurch sausen können, ohne ihn zu berühren. Die humorvolle und absurde Natur des Gedichts wird durch die kindliche Einfachheit der Sprache und die Wiederholung bestimmter Phrasen verstärkt. Die Frage, warum Onkel Heini seine Beine nicht gerade machen lässt, wird mit einer witzigen Begründung beantwortet: Die Mädchen würden lachen. Dies fügt eine soziale Komponente hinzu und deutet darauf hin, dass Onkel Heini seine krummen Beine als Teil seiner Identität akzeptiert, trotz möglicher gesellschaftlicher Normen oder Erwartungen. Insgesamt ist das Gedicht eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema Individualität und Selbstakzeptanz. Kurt Schwitters verwendet die Figur des Onkel Heini, um die Absurdität des Lebens und die Schönheit der Einzigartigkeit zu feiern. Die krummen Beine werden zu einem Symbol für die Fähigkeit, sich selbst treu zu bleiben, unabhängig von äußeren Umständen oder Urteilen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Sterne sausen stets bei Heini
Anapher
Und wenn die Welten untergehn, Bleibt Onkel Heini doch bestehn, Denn unser braver Onkel Heini Hat immer noch die krummsten Beini.
Bildsprache
Von Heinis krummem Bein betrogen
Hyperbel
Denn unser braver Onkel Heini Hat immer noch die krummsten Beini
Kontrast
Dann würden alle Mädchen lachen
Personifikation
Denn Sterne sausen stets bei Heini
Reimschema
Beini, Beini, Beini, Beini
Rhetorische Frage
Warum denn hat der Onkel Heini Noch immer stets die krummsten Beini
Wiederholung
O lieber Onkel Heini, Wie krumm sind deine Beini!