Olevano
1773Müde bin ich angelangt, In diese Bergeinsamkeit, Umstarrt von nahen und fernen Felsen, Vor mir die dunkle kleine Stadt, Drüben am zackigen Gipfel Hängend die Burg. Und der Vollmond Leuchtet vom klaren Himmel, Und wie ich schlummre, Tönt helles Gelächter Und Ton von Zittern Und tanzendes Gaukeln In meinen Schlaf, Vom Vorsaal herüber. So weich, so warm, so hell War noch keine Sommernacht, Kein Schlummer so süß, Keine Störung des Schlafes Je so erfreulich, Denn wie ich das Auge Matt halb öffne Stralt im Glanz das Gebirge, Der Mond vom reinen Himmel, Der Scherz der Mädchen und Freunde,
Und lächelnd schlummr′ ich wieder ein.
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Interpretation
Das Gedicht "Olevano" von Ludwig Tieck beschreibt eine nächtliche Szene in einer Berglandschaft, die den müden Reisenden in eine traumhafte Stimmung versetzt. Die Einsamkeit der Berge und die Dunkelheit der kleinen Stadt kontrastieren mit der Helligkeit des Vollmondes und der Burg am Gipfel. Der Mondschein erhellt die Landschaft und verleiht ihr eine geheimnisvolle Schönheit. In der zweiten Strophe wird die Atmosphäre durch Geräusche aus dem Vorsaal belebt. Das helle Gelächter, das Zittern der Musik und das tanzende Gaukeln dringen in den Schlaf des Erzählers ein. Diese Störung des Schlafes wird jedoch nicht als unangenehm empfunden, sondern als erfreulich und belebend. Die Sommernacht wird als besonders weich, warm und hell beschrieben, und der Schlaf selbst als süß und angenehm. Im letzten Strophenabschnitt erwacht der Erzähler kurz aus seinem Schlummer und öffnet matt die Augen. Die Berglandschaft strahlt im Mondlicht, und der Mond selbst leuchtet vom reinen Himmel. Das Spiel der Mädchen und Freunde, das zuvor nur als Geräusch wahrgenommen wurde, wird nun auch visuell erfasst. Der Erzähler lächelt und schlummert erneut ein, in einen noch tieferen und erholsameren Schlaf versunken. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Ruhe, Geborgenheit und des Wohlbehagens. Die Natur wird als harmonisch und erquickend dargestellt, und die menschlichen Aktivitäten fügen sich nahtlos in diese natürliche Umgebung ein. Die Grenzen zwischen Wachsein und Schlafen, zwischen Realität und Traum verschwimmen, und der Erzähler findet in dieser nächtlichen Szenerie eine tiefe Entspannung und Erholung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Und wie ich schlummre, Tönth helles Gelächter Und Ton von Zittern Und tanzendes Gaukeln In meinen Schlaf
- Kontrast
- So weich, so warm, so hell War noch keine Sommernacht
- Metapher
- Umstarrt von nahen und fernen Felsen
- Symbolik
- Der Scherz der Mädchen und Freunde