Offenes Geständniß
1832Ich hab’ ein feines Liebchen, Ein junges, heißes Blut; Ich lieb’ es nicht zum rasen, Doch bin ich dem Mädchen gut.
Sie ist nicht schlimmer als Andre, Und meint es ehrlich mit mir; Und doch, ich sag’ es offen, Doch wünsch’ ich mich von ihr!
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Interpretation
Das Gedicht "Offenes Geständniß" von Joseph Christian von Zedlitz handelt von einem Mann, der ein Liebesverhältnis mit einem jungen Mädchen hat. Er gesteht offen, dass er ihr zwar gut ist, aber nicht aus Leidenschaft liebt. Das Mädchen ist nicht schlechter als andere und meint es ehrlich mit ihm, dennoch wünscht er sich, von ihr befreit zu sein. Die Ambivalenz des lyrischen Ichs wird deutlich: Einerseits ist er dem Mädchen gut und schätzt ihre Ehrlichkeit, andererseits fühlt er sich durch die Beziehung eingeengt oder belastet. Die Zeile "Ich lieb' es nicht zum rasen" deutet darauf hin, dass die Liebe nicht von überwältigender Leidenschaft getragen ist, sondern eher eine ruhige, vielleicht sogar freundschaftliche Zuneigung. Das Gedicht reflektiert die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Schwierigkeit, ehrliche Gefühle auszudrücken. Der Titel "Offenes Geständniß" unterstreicht die Aufrichtigkeit des lyrischen Ichs, auch wenn die Gefühle zwiespältig sind. Es zeigt die menschliche Neigung, sich nach Freiheit zu sehnen, selbst wenn man jemandem gegenüber loyal und gut ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Gegenüberstellung
- Ich lieb' es nicht zum rasen, Doch bin ich dem Mädchen gut
- Metapher
- Ich hab' ein feines Liebchen
- Vergleich
- Sie ist nicht schlimmer als Andre
- Wiederholung
- Ich sag' es offen