Obwohl ich jung
1914Dem Kelch der Leiden hab’ ich viel enttrunken, Obwohl ich jung, Der Traum von Erdenglück ist mir versunken, Obwohl ich jung.
Ich sah genug von Menschenlos, dem herben, Obwohl ich jung, Und ich bin müde, müde bis zum Sterben, Obwohl ich jung.
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Interpretation
Das Gedicht "Obwohl ich jung" von Felix Dörmann handelt von einem jungen Menschen, der bereits viel Leid und Enttäuschung im Leben erfahren hat. Der wiederkehrende Refrain "Obwohl ich jung" unterstreicht den Kontrast zwischen dem Alter des lyrischen Ichs und den schweren Erfahrungen, die es gemacht hat. Der erste Vers "Dem Kelch der Leiden hab' ich viel enttrunken" deutet darauf hin, dass das lyrische Ich bereits viele schmerzhafte Erfahrungen gemacht hat und diese wie einen bitteren Trank getrunken hat. Im zweiten Vers wird der Verlust der Illusionen deutlich. "Der Traum von Erdenglück ist mir versunken" zeigt, dass das lyrische Ich erkannt hat, dass das Leben nicht so schön und einfach ist, wie es vielleicht einmal gedacht hat. Die Erkenntnis über die Härte des Lebens und die menschlichen Schicksale wird im dritten Vers deutlich. "Ich sah genug von Menschenlos, dem herben" beschreibt die Erfahrungen mit den Schwierigkeiten und dem Leid anderer Menschen. Der letzte Vers "Und ich bin müde, müde bis zum Sterben" drückt die tiefe Erschöpfung und Resignation des lyrischen Ichs aus. Trotz des jungen Alters fühlt es sich so müde und enttäuscht, dass es sich dem Tod gegenüber gleichgültig zeigt. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Melancholie und die Erkenntnis, dass das Leben oft nicht so verläuft, wie man es sich als junger Mensch vorgestellt hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Obwohl ich jung
- Antithese
- Dem Kelch der Leiden hab' ich viel enttrunken, Obwohl ich jung
- Hyperbel
- Ich bin müde, müde bis zum Sterben
- Metapher
- Dem Kelch der Leiden hab' ich viel enttrunken