O süßes Nichtstun
1843O süßes Nichtstun, an der Liebsten Seite Zu ruhen auf des Bergs besonnter Kuppe; Bald abwärts zu des Städtchens Häusergruppe Den Blick zu senden, bald in ferne Weite! O süßes Nichtstun, lieblich so gebannt Zu atmen in den neubefreiten Düften; sich locken lassen von den Frühlingslüften, Hinabzuziehn in das beglänzte Land; Rückkehren dann aus aller Wunderferne In deiner Augen heimatliche Sterne.
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Interpretation
Das Gedicht "O süßes Nichtstun" von Theodor Storm thematisiert die Sehnsucht nach einem sorglosen, gemeinsamen Dasein mit der Geliebten in einer idyllischen Naturkulisse. Der Sprecher preist das "Nichtstun" als höchstes Glück und Idealzustand, der im Kontrast zur Mühsal des Alltags steht. Die ersten Strophen schildern die sinnliche Wahrnehmung der Umgebung: den Blick über die Häuser des Städtchens und die Ferne, das Einatmen der frischen Düfte, das Sichtreibenlassen von den Frühlingswinden. Diese Naturerlebnisse werden als befreiend und verzaubernd empfunden. Das "Nichtstun" ermöglicht es, voll in den Genuss der Schönheit und des Glücks der Natur einzutauchen. Die letzten Zeilen deuten an, dass die Geliebten am Ende des Tages wieder zueinander finden. Die "heimatlichen Sterne" in ihren Augen symbolisieren die Geborgenheit und Vertrautheit der Zweisamkeit. Das Gedicht endet mit dem Gedanken, dass das gemeinsame Nichtstun in der Natur und die Rückkehr in die Augen der Liebsten ein vollkommenes Glück bedeuten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- O süßes Nichtstun
- Hyperbel
- aus aller Wunderferne
- Metapher
- des Bergs besonnter Kuppe
- Personifikation
- Frühlingslüften
- Symbolik
- heimatliche Sterne