O sieh mich nicht so schmerzlich an

Felix Dörmann

1928

O sieh mich nicht so schmerzlich an, Mein totenblasses Lieb, Und hab’ ich Dir auch wehgetan, Vergib, vergib!

Der Schatten der Vergangenheit Das kranke Herz umspannt, Und ihn vertreibt in Ewigkeit Auch nicht der Liebe Hand.

O sieh mich nicht so schmerzlich an, Mein totenblasses Lieb, Und hab’ ich Dir auch wehgetan, Vergib, vergib!

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Interpretation

Das Gedicht "O sieh mich nicht so schmerzlich an" von Felix Dörmann handelt von tiefem Schmerz und der Sehnsucht nach Vergebung in einer zerbrochenen Beziehung. Der Sprecher fleht seine Geliebte an, ihn nicht mehr mit solch schmerzlichen Blicken zu strafen, da er sich schuldig fühlt, ihr wehgetan zu haben. Die Wiederholung der Bitte um Vergebung unterstreicht die Dringlichkeit und Verzweiflung des Sprechers. Die Vergangenheit lastet schwer auf dem Herzen der Geliebten, symbolisiert durch den "Schatten der Vergangenheit", der ihr "krankes Herz umspannt". Dieser Schatten kann nicht einmal durch die "Liebe Hand" vertrieben werden, was darauf hindeutet, dass die Wunden der Vergangenheit zu tief sind, um geheilt zu werden. Die tote Blässe der Geliebten unterstreicht die emotionale Leere und das Leid, das sie erduldet. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit und Resignation. Der Sprecher erkennt an, dass er die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann und dass die Liebe allein nicht ausreicht, um die entstandenen Risse zu kitten. Die Wiederholung der ersten Strophe am Ende des Gedichts verstärkt den Eindruck eines endlosen Kreislaufs aus Schmerz und dem verzweifelten Wunsch nach Erlösung.

Schlüsselwörter

vergib sieh schmerzlich totenblasses lieb hab wehgetan schatten

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Stilmittel

Alliteration
t
Anapher
O sieh mich nicht so schmerzlich an
Hyperbel
In Ewigkeit
Metapher
Der Schatten der Vergangenheit
Personifikation
Auch nicht der Liebe Hand