O lass mich küssen dein Gewand...

Wilhelm Arent

1885

O lass’ mich küssen dein Gewand, Du Einzige-Holde, Heilig-Reine, Ich weiß: daß ich in dir nur fand Der Liebe Glück, nach dem ich weine. Entsühne mich vom irdischen Tand, Ganz sei dein Fühlen auch das meine, Lass’ in der Liebe Wunderland Uns träumen süß das Ewig-Eine. Du giebst mir deine Zauberhand, Tief unter uns stirbt das Gemeine – Du führ’st mich an des Abgrunds Rand Vorbei zum ewigen Sonnenscheine.

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Interpretation

Das Gedicht "O lass mich küssen dein Gewand..." von Wilhelm Arent ist ein leidenschaftliches Liebesgedicht, das die tiefe Verehrung und Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der geliebten Person zum Ausdruck bringt. Die Anrede "O lass' mich küssen dein Gewand" zeigt die extreme Hingabe und Unterwerfung des Sprechers, der sogar die Berührung des Gewandes der Geliebten als heilig erachtet. Das lyrische Ich beschreibt die Geliebte als "Einzige-Holde" und "Heilig-Reine", was ihre Einzigartigkeit und Reinheit unterstreicht. Die Zeile "Ich weiß: daß ich in dir nur fand der Liebe Glück, nach dem ich weine" offenbart, dass der Sprecher in dieser Liebe das ersehnte Glück gefunden hat, das ihn zuvor zum Weinen gebracht hat. Es wird deutlich, dass die Liebe für das lyrische Ich eine erlösende und erfüllende Kraft darstellt. Im weiteren Verlauf des Gedichts bittet das lyrische Ich darum, von "irdischem Tand" entsühnt zu werden und dass das Gefühl der Geliebten auch sein eigenes werde. Die Zeilen "Lass' in der Liebe Wunderland uns träumen süß das Ewig-Eine" verweisen auf die Vorstellung einer idealisierten, ewigen Liebe, die das Alltägliche transzendiert. Die "Zauberhand" der Geliebten und das Versprechen, ans "ewige Sonnenscheine" geführt zu werden, symbolisieren die transformative und erhebende Kraft der Liebe, die das Gewöhnliche hinter sich lässt und in eine höhere Sphäre führt.

Schlüsselwörter

lass liebe küssen gewand einzige holde heilig reine

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Einzige-Holde, Heilig-Reine
Hyperbel
Ganz sei dein Fühlen auch das meine
Kontrast
Tief unter uns stirbt das Gemeine – Du führ'st mich an des Abgrunds Rand
Metapher
O lass' mich küssen dein Gewand
Personifikation
Der Liebe Glück
Symbolik
Sonnenscheine