O göttliche Benommenheit

Gerrit Engelke

unknown

Verstreute Menschen gehen Im feuchten Regenwehen, Vorstadtgärten rauschen, Wolken sinken, bauschen Sich. Ein Karren rollt am Zaune hin – Ich kann nicht anders: ich muß sehen, muß lauschen, Ich weiß nicht, wie ich bin In diesem Allen –

Mein Gott, du flutest mit dem Wehen in mein Ohr, Du lachst im Trällern der Kinder da am Gartentor – Du willst dies Leben: diese Bilder, dieses Rauschen In mich für meine Seele tauschen! So ström′ ich mit dem Orgeln dieser Landschaft hin – So kann ich nicht anders: ich muß mich berauschen, Daß ich nicht weiß, wie ich bin In diesem Allen.

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Illustration zu O göttliche Benommenheit

Interpretation

Das Gedicht "O göttliche Benommenheit" von Gerrit Engelke beschreibt eine tiefe Versunkenheit und Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der umgebenden Natur und dem Alltag. Die Szene beginnt mit einem Bild von Menschen, die im Regen unterwegs sind, Gärten, die rauschen, und Wolken, die sich aufbauen. Das lyrische Ich fühlt sich in dieser Umgebung verloren und fragt sich, wie es inmitten all dieser Eindrücke sein kann. Das Gedicht thematisiert die überwältigende Präsenz einer göttlichen Kraft, die das lyrische Ich in den alltäglichen Geräuschen und Bildern wahrnimmt. Gott wird als eine fließende, lachende Präsenz dargestellt, die das Leben und die Schönheit der Welt in die Seele des lyrischen Ichs einfließen lässt. Diese göttliche Kraft wird als etwas wahrgenommen, das das lyrische Ich in einen Zustand der Ekstase und des Verlusts der Selbstwahrnehmung versetzt. Das lyrische Ich fühlt sich in dieser göttlichen Präsenz aufgehoben und verliert sich in der umgebenden Landschaft. Es kann nicht anders, als sich von dieser überwältigenden Schönheit berauschen zu lassen und sich in ihr zu verlieren. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass das lyrische Ich inmitten all dieser Eindrücke seine eigene Identität verliert und sich in der göttlichen Präsenz auflöst.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Verstreute Menschen gehen, Im feuchten Regenwehen, Vorstadtgärten rauschen
Assonanz
O göttliche Benommenheit
Bildsprache
Vorstadtgärten rauschen, Wolken sinken, bauschen
Enjambement
Ich weiß nicht, wie ich bin / In diesem Allen
Hyperbel
Ich kann nicht anders: ich muß sehen, muß lauschen
Kontrast
Mein Gott, du flutest mit dem Wehen in mein Ohr, Du lachst im Trällern der Kinder da am Gartentor
Metapher
O göttliche Benommenheit
Parallelismus
Ich kann nicht anders: ich muß sehen, muß lauschen
Personifikation
Mein Gott, du flutest mit dem Wehen in mein Ohr, Du lachst im Trällern der Kinder da am Gartentor
Wiederholung
Ich weiß nicht, wie ich bin / In diesem Allen