Nur Traum
1870Wie hoch die Welt sich bäumet, Wie laut auf breiter Spur Das Leben schäumet, Uns alle träumet Der Weltgeist nur.
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Interpretation
Das Gedicht "Nur Traum" von Friedrich Theodor Vischer thematisiert die Vergänglichkeit und Illusion des Lebens. Es beschreibt, wie die Welt in ihrer Pracht und das laute Getümmel des Lebens letztlich nur ein Traum sind, der vom Weltgeist geträumt wird. Der Weltgeist wird hier als eine höhere Instanz verstanden, die das gesamte Dasein als Traumzustand wahrnimmt. Die Zeilen "Wie hoch die Welt sich bäumet, Wie laut auf breiter Spur Das Leben schäumet" verdeutlichen die scheinbare Größe und Lebendigkeit der Welt. Doch dieser Eindruck wird durch den Schluss "Uns alle träumet Der Weltgeist nur" relativiert. Es wird suggeriert, dass alles, was wir als real empfinden, letztlich nur eine Täuschung oder ein Traum ist. Vischers Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur der Realität und die Rolle des Menschen darin an. Es stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens, wenn alles nur ein Traum ist. Gleichzeitig bietet es aber auch eine Art Trost, indem es suggeriert, dass das Leben Teil eines größeren Ganzen ist, das vom Weltgeist geträumt wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wie laut auf breiter Spur
- Metapher
- Uns alle träumet
- Personifikation
- Der Weltgeist nur