Nur ein Röslein

Christian Wagner

1913

Nur ein Röslein fand ich in dem Grase Auf dem Pfade durch den Wald gewunden, Wie der Seher auf der Himmelsstraße Irgendeine Wunderwelt gefunden.

Und doch bist du Stern der Waldesgassen Wie du Rose in den Himmelsbreiten Nur ein Einen und Zusammenfassen Ungezählter Weltenseligkeiten.

Aber schmerzhaft zuckt mirs nach dem Innern, Und das Herz will mirs zusammenpressen, Daß von beiden nur ein kurz Erinnern Überbleiben soll vor dem Vergessen.

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Illustration zu Nur ein Röslein

Interpretation

Das Gedicht "Nur ein Röslein" von Christian Wagner beschreibt die tiefe emotionale Wirkung, die eine einzelne Rose auf den lyrischen Ich hat. Die Rose, gefunden auf einem Waldweg, wird mit einem Wunder verglichen, das ein Seher auf der Himmelsstraße entdeckt. Sie symbolisiert eine Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Welt, indem sie als "Stern der Waldesgassen" bezeichnet wird und in den "Himmelsbreiten" als Rose erscheint. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass diese Rose ein "Einen und Zusammenfassen" unzähliger "Weltenseligkeiten" ist, also eine Zusammenfassung unzähliger glücklicher Welten darstellt. Die zweite Strophe vertieft die emotionale Verbindung zur Rose. Der lyrische Ich empfindet einen schmerzhaften Zug ins Innere, der das Herz zusammenpressen möchte. Dies deutet auf eine tiefe Sehnsucht oder ein intensives Gefühl hin, das durch die Rose ausgelöst wird. Das Herz möchte, dass von beiden – der Rose und dem Gefühl – nur ein kurzes Erinnern übrigbleibt, bevor das Vergessen einsetzt. Dies könnte bedeuten, dass das lyrische Ich versucht, die überwältigende Schönheit und Bedeutung der Rose in einem kurzen, intensiven Moment festzuhalten, bevor sie in der Erinnerung verblasst. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe emotionale Erfahrung, die durch die Begegnung mit einer einfachen Rose ausgelöst wird. Die Rose wird zu einem Symbol für die Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Welt und für die Schönheit und das Glück, das in der Natur zu finden ist. Das Gedicht reflektiert über die Vergänglichkeit solcher Momente und die menschliche Sehnsucht, sie festzuhalten, bevor sie in der Erinnerung verblassen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Zusammenfassen
Enjambement
Und das Herz will mirs zusammenpressen
Hyperbel
Ungezählter Weltenseligkeiten
Metapher
Nur ein Röslein fand ich in dem Grase
Personifikation
Daß von beiden nur ein kurz Erinnern Überbleiben soll vor dem Vergessen
Symbolik
Stern der Waldesgassen
Vergleich
Wie der Seher auf der Himmelsstraße