Nun ist das Licht im Steigen

Friedrich Rückert

1872

Nun ist das Licht im Steigen, Es geht ins neue Jahr. Laß deinen Muth nicht neigen, Es bleibt nicht, wie es war. So schwer zu sein, ist eigen Im Anfang immerdar, Am Ende wird sich′s zeigen, Wozu das Ganze war. Nicht zage gleich dem Feigen Und klag′ in der Gefahr! Schwing auf zum Sonnenreigen Dich schweigend wie der Aar! Und wenn du kannst nicht schweigen, So klage schön und klar!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Nun ist das Licht im Steigen

Interpretation

Das Gedicht "Nun ist das Licht im Steigen" von Friedrich Rückert thematisiert den Übergang in ein neues Jahr und ermutigt den Leser, Mut und Hoffnung zu bewahren. Die steigende Helligkeit symbolisiert den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, in dem sich alles verändert und nichts so bleibt, wie es war. Rückert betont, dass der Anfang oft schwer ist, aber am Ende wird sich zeigen, wozu alles gut war. Er ermutigt dazu, nicht feige zu sein und in Gefahr nicht zu klagen, sondern sich mutig dem neuen Jahr zu stellen. In den folgenden Strophen fordert Rückert den Leser auf, sich wie ein Adler schweigend dem Sonnenreigen zuzuwenden. Der Adler steht hier als Symbol für Stärke, Freiheit und die Fähigkeit, über Hindernisse hinwegzusehen. Rückert legt nahe, dass manchmal Schweigen die beste Antwort ist, aber wenn man nicht schweigen kann, soll man schön und klar klagen. Dies zeigt eine Balance zwischen stoischer Gelassenheit und dem Ausdruck von Emotionen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Hoffnung und des Mutes im Angesicht von Veränderungen. Rückert nutzt die Metapher des neuen Jahres, um die universelle Erfahrung von Neuanfängen und Herausforderungen zu beschreiben. Er ermutigt den Leser, optimistisch zu bleiben, Schwierigkeiten zu überwinden und die Schönheit des Lebens auch in schwierigen Zeiten zu erkennen.

Schlüsselwörter

licht steigen geht neue jahr laß muth neigen

Wortwolke

Wortwolke zu Nun ist das Licht im Steigen

Stilmittel

Alliteration
Nun ist das Licht im Steigen
Bildsprache
Schwing auf zum Sonnenreigen
Hyperbel
So schwer zu sein, ist eigen
Imperativ
Laß deinen Muth nicht neigen
Konditionale Struktur
Und wenn du kannst nicht schweigen
Kontrast
So klage schön und klar
Metapher
Es geht ins neue Jahr
Personifikation
Dich schweigend wie der Aar
Prognose
Am Ende wird sich's zeigen
Rhetorische Frage
Wozu das Ganze war
Vergleich
Nicht zage gleich dem Feigen