Nun danket all
1676Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stehts vermeld’t Ermuntert euch und singt mit Schall, Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet guten Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh.
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Interpretation
Das Gedicht "Nun danket all" von Paul Gerhardt ist ein geistliches Loblied, das die Dankbarkeit des Menschen gegenüber Gott zum Ausdruck bringt. Es ruft die Menschen dazu auf, Gott Ehre zu erweisen und sich seiner Wunder und Gnade bewusst zu werden. Der Dichter betont die Allgegenwart Gottes und seine Fähigkeit, selbst in aussichtslosen Situationen Hilfe zu leisten. Er ermutigt die Menschen, trotz aller Widrigkeiten guten Mutes zu bleiben, da Gott Vergebung und Gutes gewährt. Das Gedicht enthält zahlreiche Bitten an Gott, die den Menschen in verschiedenen Lebenslagen beistehen mögen. Es wird um ein fröhliches Herz, einen erfrischten Geist und die Beseitigung von Angst, Furcht, Sorge und Schmerz gebeten. Der Dichter wünscht sich Frieden für das Volk und das Land, Glück für die eigenen Unternehmungen und Heil für alle Lebensbereiche. Er bittet Gott, seine Liebe und Güte um, bei und mit den Menschen zu haben und alles zu vertreiben, was ängstigt und bemüht. Das Gedicht endet mit einer Zuversicht auf das ewige Leben. Der Dichter bittet Gott, bis ans Ende des irdischen Lebens der Heiland zu sein und danach das Erbe der Gläubigen zu sein. In den letzten Versen wird die Hoffnung auf den sanften Tod und das Schauen Gottes im ewigen Frieden ausgedrückt. Das Gedicht vermittelt somit eine Botschaft der Dankbarkeit, des Vertrauens und der Hoffnung auf Gottes Gnade in diesem Leben und im Jenseits.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stehts vermeld’t
- Bildlichkeit
- und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil
- Hyperbel
- dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stehts vermeld’t
- Kontrast
- Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt
- Metapher
- und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin
- Parallelismus
- Ermuntert euch und singt mit Schall, Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut
- Personifikation
- Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land
- Symbolik
- Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn