Novembertag
1860Geht ein sonnenloser Tag wiederum zur Neige, und der graue Nebel tropft durch die kahlen Zweige.
Leise atmend ruht die See, müde, traumumsponnen… eine Woge, schaumgekrönt, ist im Sand zerronnen.
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Interpretation
Das Gedicht "Novembertag" von Clara Müller-Jahnke beschreibt einen tristen, grauen Tag im Spätherbst. Der erste Vers spricht von einem "sonnenlosen Tag", der zur Neige geht, was die Düsternis und das Fehlen von Licht und Wärme betont. Der graue Nebel, der durch die kahlen Zweige tropft, verstärkt die triste Atmosphäre und symbolisiert das Vergehen des Lebens, da die Bäume ihre Blätter verloren haben. Der zweite Teil des Gedichts lenkt den Fokus auf die Seele, die "leise atmend" ruht und müde, von Träumen umsponnen ist. Diese Beschreibung vermittelt ein Gefühl von Erschöpfung und Melancholie, das den Novembertag durchzieht. Die Seele scheint in einen Zustand der Ruhe und Träumerei versunken zu sein, möglicherweise als Reaktion auf die Tristesse der äußeren Welt. Der letzte Vers verwendet ein Bild aus der Natur, um die Vergänglichkeit und das Vergehen von Dingen zu verdeutlichen. Eine Welle, gekrönt von Schaum, ist im Sand zerronnen, was den Kreislauf von Entstehen und Vergehen symbolisiert. Dieses Bild passt gut zum November, der oft als Übergangszeit zwischen Herbst und Winter betrachtet wird und die Vergänglichkeit des Lebens sowie die Annäherung an das Ende eines Jahres unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- sonnenloser Tag, zur Neige
- Bildsprache
- graue Nebel tropft durch die kahlen Zweige
- Metapher
- Leise atmend ruht die See
- Personifikation
- müde, traumumsponnen
- Vergleich
- eine Woge, schaumgekrönt