Novemberlied

Ferdinand Ludwig Adam von Saar

unbekannt

Novembernebel füllen Mit feuchtem Grau das Thal, Als wollten sie verhüllen Die Erde, kahl und fahl.

Mit seinem dunklen Saume Gespenstisch ragt der Wald, Daraus, so wie im Traume, Von fern die Axt erschallt.

Den Pfad mit kühlem Hauche Umwittert ödes Weh′, Verwais′t am dorn′gen Strauche Bebt Hagebutt′ und Schleh′.

Wohin die Schritte streben, Versinkt der Fuß im Koth – Mühselig ist das Leben Und traurig wie der Tod.

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Interpretation

Das Gedicht "Novemberlied" von Ferdinand Ludwig Adam von Saar beschreibt die melancholische Stimmung des Novembers. Der Dichter schildert die trübe und neblige Landschaft, die von einer düsteren Atmosphäre erfüllt ist. Die Natur wirkt kahl und fahl, als ob sie von einem Schleier aus Nebel verhüllt wäre. Der Wald ragt gespenstisch mit seinem dunklen Saum empor, während das ferne Geräusch einer Axt wie ein Traum durch die Luft hallt. In der zweiten Strophe wird die Einsamkeit und Verlassenheit der Natur betont. Der Pfad ist von einem kühlen Hauch umwittert, der ein ödes Weh ausstrahlt. Die Hagebutte und die Schlehe zittern verwaist an den dornigen Sträuchern. Die Stimmung ist von einer tiefen Traurigkeit geprägt, die sich in der Umgebung widerspiegelt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Mühsal und Traurigkeit des Lebens mit dem November verglichen. Der Dichter beschreibt, wie die Schritte im Matsch versinken und das Leben als mühsam empfunden wird. Die Stimmung des Novembers wird als traurig und düster dargestellt, ähnlich wie der Tod selbst. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Melancholie und eine nachdenkliche Stimmung, die den Leser in die triste Atmosphäre des Novembers eintauchen lässt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Mit seinem dunklen Saume
Hyperbel
Versinkt der Fuß im Koth
Onomatopoesie
Von fern die Axt erschallt
Personifikation
Umwittert ödes Weh′
Vergleich
Und traurig wie der Tod