Novemberlaub

Bruno Wille

1860

Auf stöhnender Föhre fidelt der Sturm Heulende düstre Balladen; Es schnaubt sein Odem, nebelfeucht Von nordischen Seegestaden.

So trübe der Himmel, als wär′s schon spät. Die Wolken pilgern traurig. Im Strudel taumelt verkommenes Laub Um Baumgerippe so schaurig.

Ein letztes Blättchen am Dornenstrauch Fröstelt in starrem Weh … O mach ein Ende, Novembersturm! Deck zu, du wogender Schnee!

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Illustration zu Novemberlaub

Interpretation

Das Gedicht "Novemberlaub" von Bruno Wille beschreibt die Stimmung und Atmosphäre eines stürmischen Novembertages. Der Sturm wird als ein Geiger dargestellt, der auf einer "stöhnenden Föhre" melancholische und düstere Balladen spielt. Die Luft ist nebelfeucht und riecht nach den nordischen Seegestaden, was eine kühle und feuchte Atmosphäre vermittelt. Die Stimmung im Gedicht ist trüb und traurig. Der Himmel wirkt so dunkel, als wäre es schon spät am Tag, und die Wolken ziehen traurig über den Himmel. Das Laub wird als "verkommen" beschrieben und wirbelt in einem Strudel um die kahlen Baumgerippe. Diese Bilder erzeugen ein Gefühl von Verfall und Vergänglichkeit. Das letzte Blatt am Dornenstrauch wird als "fröstelnd" und von "starrem Weh" erfasst dargestellt. Es scheint sich nach einem Ende des Sturms und der Ankunft des Schnees zu sehnen. Der Sturm wird als "Novembersturm" personifiziert und aufgefordert, ein Ende zu machen und den Schnee kommen zu lassen. Der Schnee wird als "wogend" beschrieben, was auf eine sanfte und beruhigende Wirkung hindeutet, im Gegensatz zum stürmischen und unruhigen Novemberwetter. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung, die den Übergang vom Herbst zum Winter und das Gefühl des nahenden Endes einer Jahreszeit einfängt.

Schlüsselwörter

stöhnender föhre fidelt sturm heulende düstre balladen schnaubt

Wortwolke

Wortwolke zu Novemberlaub

Stilmittel

Alliteration
Im Strudel taumelt verkommenes Laub
Apostrophe
O mach ein Ende, Novembersturm!
Metapher
Deck zu, du wogender Schnee!
Personifikation
Ein letztes Blättchen am Dornenstrauch Fröstelt in starrem Weh
Vergleich
So trübe der Himmel, als wär's schon spät