Not

Unknown Author

1934

hor.de | Gedichtsammlung | Wörterlisten | Notizen

Ada Christen

Not

All euer girrendes Herzeleid Tut lang nicht so weh, Wie Winterkälte im dünnen Kleid, Die bloßen Füße im Schnee.

All eure romantische Seelennot Schafft nicht so herbe Pein, Wie ohne Dach und ohne Brot Sich betten auf einen Stein.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Not

Interpretation

Das Gedicht "Not" von Unknown Author thematisiert die drastischen Auswirkungen von Armut und Kälte im Vergleich zu seelischem Leid. Es kontrastiert die emotionalen Schmerzen des Herzens mit den physischen Qualen, die durch die harten Bedingungen des Winters entstehen. Die Autorin betont, dass die körperlichen Leiden, wie die Kälte im dünnen Kleid und die bloßen Füße im Schnee, weitaus intensiver und schmerzhafter sind als emotionale Not. Im zweiten Vers stellt die Autorin die romantische Seelennot der Realität der Obdachlosigkeit und des Hungers gegenüber. Sie verdeutlicht, dass das Fehlen grundlegender Bedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf und Nahrung eine viel tiefere und bittere Qual darstellt als die seelischen Schmerzen, die oft in der Literatur romantisiert werden. Die Betonung liegt auf der Härte und der Rohheit der materiellen Not, die die menschliche Existenz bedroht. Durch die Verwendung von starken und bildhaften Ausdrücken wie "Winterkälte", "Schnee" und "Stein" schafft die Autorin eine eindringliche Atmosphäre, die den Leser die Schwere der Situation nachempfinden lässt. Das Gedicht verdeutlicht, dass die physische Not, die durch äußere Umstände entsteht, eine viel größere und unmittelbarere Bedrohung für das Wohlbefinden darstellt als die inneren emotionalen Kämpfe.

Schlüsselwörter

all hor gedichtsammlung wörterlisten notizen ada christen not

Wortwolke

Wortwolke zu Not

Stilmittel

Bildlichkeit
Ohne Dach und ohne Brot / Sich betten auf einen Stein
Kontrast
All eure romantische Seelennot / Schafft nicht so herbe Pein, / Wie ohne Dach und ohne Brot / Sich betten auf einen Stein.
Metapher
All eure romantische Seelennot