Nimm dich zusammen!
1870Drei Worte sind es, einfach nur und schlicht, Und doch so reich an Inhalt und Gewicht, Daß sie das Herz mit freudgem Muth entflammen. Wer hat nicht ihre Wundermacht erprobt, Wenn er, von wüster Leidenschaft durchtobt, Urplötzlich zu sich sprach: Nimm dich zusammen!?
Ob dir des Glückes goldne Sonne strahlt, In Nebeln, trüb und grau und giftig kalt, Der Hoffnung letzte Sterne dir verschwammen, Ob Haß, ob Liebe dir im Busen schwillt, Für jeden Tag, für jede Stunde gilt Der ernste Mahnungsruf: Nimm dich zusammen.
Weh’ dir, wenn du auf and’re Hilfe baust, Verblendet einem andern Schutz vertraust, Als nur den Kräften, welche dir entstammen! O fühle, daß des Schicksals schwerem Bann Nichts auf der Welt die Wage halten kann Als nur dein eigen Selbst! Nimm dich zusammen!
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Interpretation
Das Gedicht "Nimm dich zusammen!" von Betty Paoli ist ein leidenschaftlicher Aufruf zur Selbstbeherrschung und inneren Stärke. Die Autorin betont die Bedeutung von drei einfachen Worten, die eine immense Kraft entfalten können. Sie ermutigt den Leser, in schwierigen Situationen, sei es bei Glück oder Unglück, bei Hass oder Liebe, immer wieder zu sich selbst zu sagen: "Nimm dich zusammen!" Paoli verdeutlicht, dass man sich nicht auf äußere Hilfe oder den Schutz anderer verlassen sollte. Stattdessen liegt die Verantwortung für das eigene Leben allein beim Individuum selbst. Die Autorin appelliert an das Bewusstsein des Lesers, dass nur das eigene Selbst in der Lage ist, das Schicksal zu meistern und die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Das Gedicht ist geprägt von einem starken Willen und einer kämpferischen Haltung. Paoli fordert den Leser auf, sich seinen inneren Dämonen zu stellen und sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Sie vermittelt die Botschaft, dass man durch Selbstbeherrschung und innere Stärke die Fähigkeit erlangt, die Höhen und Tiefen des Lebens zu überstehen und letztendlich zu triumphieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Drei Worte sind es, einfach nur und schlicht
- Anapher
- Ob dir des Glückes goldne Sonne strahlt, Ob Haß, ob Liebe dir im Busen schwillt
- Metapher
- des Glückes goldne Sonne
- Personifikation
- Der Hoffnung letzte Sterne dir verschwammen
- Rhetorische Frage
- Wer hat nicht ihre Wundermacht erprobt
- Wiederholung
- Nimm dich zusammen