Nietzsche

Walter Rheiner

1895

Entzündet von den Bergen. Über die Erde hingewölbt. Musik. Strahlender Morgen Röte. Apokalyptische Fahrt. Brausend erfüllte Einöde.

Inseln schwärmende in der Brust. Akkord, baun sich auf die Wälder über der Stirn. Es leuchtet von innen her, diamantener Firn. Zeit flichst du um dich! Verzauberst den Ort!

Apostolisches Sein! Magier! Frenetischer Klang. Goldenes Blut in alpine Nächte verströmt. Du versinkst in den Sphären, tieferer Schlafgesang.

Feuer zerstört dein Herz. Gekreuzigt über die Welt du lachst ein letztes Mal! Dunkel stöhnt ein Schrei. - Du: rasender Tänzer im Sternenfeld!

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Illustration zu Nietzsche

Interpretation

Das Gedicht "Nietzsche" von Walter Rheiner ist eine ekstatische und visionäre Huldigung an den Philosophen Friedrich Nietzsche. Es zeichnet ein Bild von Nietzsches Denken und Leben als eine apokalyptische, musikalische und transformative Kraft, die die Welt erhellt und durchdringt. Der erste Teil des Gedichts beschreibt die Entfachung von Nietzsches Ideen, die wie Musik über die Erde wölben und einen strahlenden Morgen bringen. Seine Gedanken werden als apokalyptische Fahrt dargestellt, die die Einöde mit Brausen erfüllt. Die Inseln in seiner Brust symbolisieren die Vielfalt und Tiefe seiner Ideen, die sich wie Akkorde aufbauen und die Wälder seiner Stirn erhellen. Im zweiten Teil wird Nietzsche als apostolische Figur, als Magier und als Quelle eines frenetischen Klangs dargestellt. Sein Blut, verglichen mit Gold, wird in die alpinen Nächte ausgeströmt, was seine tiefe Verbindung zur Natur und zur Erhabenheit andeutet. Er versinkt in den Sphären, was auf seine Auseinandersetzung mit dem Kosmischen und Transzendenten hindeutet, und sein Schlafgesang wird als tiefer und erneuernder beschrieben. Der letzte Teil des Gedichts beschreibt die Zerstörung von Nietzsches Herz durch Feuer, was auf seine inneren Kämpfe und die Intensität seines Denkens hindeuten könnte. Trotzdem lacht er ein letztes Mal, was auf seine unerschütterliche Lebensbejahung hindeutet. Der dunkle Schrei am Ende könnte auf seinen geistigen Zusammenbruch oder seinen Tod hindeuten, aber das Gedicht endet mit dem Bild von Nietzsche als rasendem Tänzer im Sternenfeld, was seine ewige Präsenz und seinen unermüdlichen Geist symbolisiert.

Schlüsselwörter

entzündet bergen erde hingewölbt musik strahlender morgen röte

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
[Strahlender Morgen Röte Brausend erfüllte Einöde Apostolisches Sein Frenetischer Klang Goldenes Blut Tieferer Schlafgesang]
Hyperbel
[Brausend erfüllte Einöde Goldenes Blut in alpine Nächte verströmt Feuer zerstört dein Herz Dunkel stöhnt ein Schrei]
Metapher
[Entzündet von den Bergen Musik Apokalyptische Fahrt Brausend erfüllte Einöde Inseln schwärmende in der Brust Zeit flichst du um dich Apostolisches Sein Magier Frenetischer Klang Goldenes Blut Tieferer Schlafgesang Gekreuzigt über die Welt Rasender Tänzer im Sternenfeld]
Personifikation
[Zeit flichst du um dich Verzauberst den Ort]
Symbolik
[Diamantener Firn Goldenes Blut Sphären Sternenfeld]