Nie noch war ein Januar

Friedrich Rückert

1872

Nie noch war ein Januar So gelind, Und so gar im Februar Frühlingswind, Wie in diesem Jahr Wunderbar Beide Monde sind.

Nie doch war im Januar Sturm und Wind, Nie im Jahr der Februar Ungelind, Wie auf immerdar Mir dies Paar Unglücksmonde sind.

Auf der Bahr im Januar Lag mein Kind; Bringst du dar, o Februar, Kranzgewind? Deine Tage klar Nehmen wahr Augen thränenblind.

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Interpretation

Das Gedicht "Nie noch war ein Januar" von Friedrich Rückert beschreibt den Kontrast zwischen zwei Januaren und Februaren, wobei der erste als mild und frühlingshaft, der zweite als stürmisch und unglücklich dargestellt wird. Der erste Teil des Gedichts beschreibt einen ungewöhnlich milden Januar und einen frühlingshaften Februar, die als wunderbar und selten empfunden werden. Der zweite Teil kontrastiert diese beiden Monate mit einem stürmischen Januar und einem ungelindem Februar, die als Unglücksmonde wahrgenommen werden. Der dritte Teil des Gedichts offenbart die persönliche Tragödie des lyrischen Ichs, das im Januar sein Kind auf der Bahre liegen sah. Der Februar wird gefragt, ob er einen Kranzgewinde bringt, was auf eine Trauerfeier oder Beerdigung hindeutet. Die klaren Tage des Februars nehmen die blinden Tränenaugen des lyrischen Ichs wahr, was die tiefe Trauer und das Leid verdeutlicht. Das Gedicht vermittelt somit eine emotionale Reise von der Hoffnung auf einen milden Winter zur bitteren Realität des Verlustes und der Trauer.

Schlüsselwörter

nie januar februar jahr gelind gar frühlingswind wunderbar

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Stilmittel

Alliteration
Bahr im Januar
Anapher
Nie noch war ein Januar
Hyperbel
Wie auf immerdar
Kontrast
Nie noch war ein Januar / So gelind, / Und so gar im Februar / Frühlingswind
Metapher
Unglücksmonde
Parallelismus
Nie doch war im Januar / Sturm und Wind, / Nie im Jahr der Februar / Ungelind
Personifikation
Deine Tage klar