Nichts kommt in des Lebens Reiche

Betty Paoli

1895

Nichts kommt in des Lebens Reiche Nahe jener Lust, Die mich faßt, schmieg′ ich die bleiche Stirn an deine Brust! Die mein Innerstes erschüttert, Wenn dein Blick mich grüßt, Todesselig mich durchzittert, Wenn dein Mund mich küßt! -

Wie sie magisch mich umweben, Blick und Hauch und Wort! Ja! du küssest mir das Leben Von der Lippe fort! Du zerbrichst des Körpers Schranke, Daß die Seele, frei, Nichts mehr als nur ein Gedanke Reinster Liebe sei!

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Interpretation

Das Gedicht "Nichts kommt in des Lebens Reiche" von Betty Paoli handelt von einer tiefen, leidenschaftlichen Liebe, die den Erzähler*in in ihren Bann zieht. Die erste Strophe beschreibt die überwältigende Lust und Sehnsucht, die den Erzähler*in erfasst, wenn er*sie dem Geliebten*der Geliebten nahe ist. Der körperliche Kontakt, der Blick und der Kuss des Geliebten*der Geliebten erschüttern das Innerste des Erzählers*in und lassen ihn*sie todverliebt werden. Die zweite Strophe verdeutlicht die magische Anziehungskraft, die vom Geliebten*von der Geliebten ausgeht. Der Blick, der Atem und die Worte des Geliebten*der Geliebten umweben den Erzähler*in wie ein Zauber. Der Kuss des Geliebten*der Geliebten nimmt dem Erzähler*in förmlich das Leben von den Lippen, was die Intensität der Gefühle unterstreicht. In der dritten Strophe beschreibt der Erzähler*in, wie die Liebe zum Geliebten*zur Geliebten die Grenzen des körperlichen Seins sprengt. Die Seele wird frei und existiert nur noch als reiner Gedanke der Liebe. Die Liebe wird als etwas Geistiges, Transzendentes dargestellt, das den Erzähler*in in einen Zustand höchster Glückseligkeit versetzt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Du küssest mir das Leben Von der Lippe fort
Metapher
Daß die Seele, frei, Nichts mehr als nur ein Gedanke Reiner Liebe sei
Personifikation
Die mein Innerstes erschüttert