Nicht alle Tage nennet
1843Nicht alle Tage nennet die schönsten der, Der sich zurücksehnt unter die Freuden, wo Ihn Freunde liebten, wo die Menschen Über dem Jüngling mit Gunst verweilten.
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Interpretation
Das Gedicht "Nicht alle Tage nennet" von Friedrich Hölderlin thematisiert die Sehnsucht nach vergangener Glückseligkeit und den Schmerz der Erinnerung an eine verlorene Jugend. Der Sprecher reflektiert über die Tage, die er als die schönsten empfindet, und deutet an, dass diese nicht jeden Tag benannt werden können, da die Erinnerung an sie zu schmerzhaft ist. Die Verwendung des Wortes "zurücksehnt" impliziert eine tiefe Sehnsucht nach einer Zeit, in der der Sprecher von Freunden geliebt und von den Menschen mit Gunst überschüttet wurde. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, da der Sprecher sich nach einer Zeit sehnt, in der er von Freunden umgeben war und von der Gesellschaft geschätzt wurde. Die Erwähnung der "Freuden", in die er sich zurücksehnt, deutet auf eine Zeit der Unschuld und des Glücks hin, die nun vorbei ist. Die Verwendung des Wortes "verweilten" lässt darauf schließen, dass diese Gunst und Zuneigung nicht von Dauer waren und der Sprecher nun mit dem Verlust dieser positiven Erfahrungen konfrontiert ist. Hölderlin nutzt die Struktur des Gedichts, um die innere Zerrissenheit des Sprechers zu verdeutlichen. Die kurzen Zeilen und die Enjambements erzeugen einen Rhythmus, der die Unruhe und das Hin- und Hergerissen-Sein zwischen Vergangenheit und Gegenwart widerspiegelt. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Resignation, da der Sprecher die Unmöglichkeit akzeptiert, zu diesen glücklichen Tagen zurückzukehren, und stattdessen in der Erinnerung verweilt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nicht alle Tage nennet
- Metapher
- sich zurücksehnt unter die Freuden
- Personifikation
- Über dem Jüngling mit Gunst verweilten