Neue Liebe

Joseph von Eichendorff

1837

Herz, mein Herz, warum so fröhlich, So voll Unruh und zerstreut, Als käm über Berge selig Schon die schöne Frühlingszeit?

Weil ein liebes Mädchen wieder Herzlich an dein Herz sich drückt, Schaust du fröhlich auf und nieder, Erd und Himmel dich erquickt.

Und ich hab die Fenster offen, Neu zieh in die Welt hinein Altes Bangen, altes Hoffen! Frühling, Frühling soll es sein!

Still kann ich hier nicht mehr bleiben, Durch die Brust ein Singen irrt, Doch zu licht ist′s mir zum Schreiben, Und ich bin so froh verwirrt.

Also schlendr′ ich durch die Gassen, Menschen gehen her und hin, Weiß nicht, was ich tu und lasse, Nur, daß ich so glücklich bin.

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Illustration zu Neue Liebe

Interpretation

Das Gedicht "Neue Liebe" von Joseph von Eichendorff beschreibt die überwältigenden Gefühle, die mit der Entdeckung einer neuen Liebe einhergehen. Der Sprecher fühlt sich von einer unbeschreiblichen Freude und Unruhe erfüllt, die ihn dazu bringt, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Die Natur spiegelt seine innere Stimmung wider, da er die Ankunft des Frühlings und die Erneuerung der Natur mit seiner eigenen emotionalen Erneuerung in Verbindung bringt. Die Liebe, die der Sprecher erfährt, bringt eine tiefe Veränderung in seinem Leben mit sich. Er kann nicht mehr still sitzen und schreiben, da seine Gedanken und Gefühle zu überwältigend sind. Stattdessen zieht es ihn nach draußen, durch die Straßen zu schlendern und die Welt um sich herum aufzusaugen. Die Menschen um ihn herum sind ihm gleichgültig, da er nur noch in seiner eigenen glückseligen Welt existiert. Das Gedicht vermittelt die Intensität und den Rausch der ersten Liebe. Der Sprecher ist so von seinen Gefühlen eingenommen, dass er sich selbst vergisst und nur noch in der Gegenwart seiner Geliebten existiert. Die neue Liebe hat sein Leben verändert und ihm eine neue Perspektive auf die Welt gegeben. Er ist bereit, die alten Ängste und Hoffnungen hinter sich zu lassen und sich voll und ganz auf diese neue, aufregende Erfahrung einzulassen.

Schlüsselwörter

herz fröhlich altes frühling warum voll unruh zerstreut

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Stilmittel

Bildsprache
Weil ein liebes Mädchen wieder Herzlich an dein Herz sich drückt
Enjambement
Und ich hab die Fenster offen, Neu zieh in die Welt hinein
Hyperbel
Durch die Brust ein Singen irrt
Metapher
Als käm über Berge selig Schon die schöne Frühlingszeit
Parallelismus
Altes Bangen, altes Hoffen
Personifikation
Herz, mein Herz, warum so fröhlich
Symbolik
Frühling, Frühling soll es sein
Wiederholung
Frühling, Frühling soll es sein