Natur
1919Unaufhaltsam schrumpft der Himmel, Wolken Kommen breit aus allen Horizonten, Fahle fremde Schattenkörper kalken Ihre Decke über den entsonnten.
Und die Erde, trübe abgeschnitten, Hat ein hoher Stern zu sein geendet Meine Augen, die es machtlos litten, Stehn von Zorn und Gräue abgeblendet.
Wetter, werdend ohne meine Hände, Wie ein Schicksal ungewollt und wehe, Treibt mich nun zur Stadt und in die Wände, Deren stete Enge ich verstehe.
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Interpretation
Das Gedicht "Natur" von Alfred Wolfenstein beschreibt eine bedrohliche und düstere Atmosphäre, in der sich der Himmel zusammenzieht und Wolken von allen Seiten heranbrechen. Die Natur wird als fremd und bedrohlich dargestellt, mit bleichen Schattenkörpern, die eine Decke über das einst sonnige Land legen. Die Erde, die einst ein strahlender Stern war, erscheint nun trübe und abgeschnitten. Die Augen des lyrischen Ichs sind von Zorn und Grauen gezeichnet, da sie machtlos dieser Veränderung zusehen müssen. Die zweite Strophe verdeutlicht das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins gegenüber den Naturgewalten. Das Wetter entsteht ohne die Kontrolle des lyrischen Ichs, ähnlich einem ungewollten und schmerzhaften Schicksal. Die Natur wird als etwas Unkontrollierbares und Bedrohliches dargestellt, das den Menschen in die Enge treibt. Das lyrische Ich fühlt sich von der Natur überwältigt und sucht Zuflucht in der Stadt und in den Mauern, die es versteht und die ihm Schutz bieten. Das Gedicht vermittelt eine düstere und bedrohliche Stimmung, in der die Natur als etwas Unkontrollierbares und Bedrohliches dargestellt wird. Das lyrische Ich fühlt sich von den Naturgewalten überwältigt und sucht Zuflucht in der Stadt, um sich vor der bedrohlichen Natur zu schützen. Das Gedicht thematisiert die Ohnmacht des Menschen gegenüber den Naturgewalten und die Suche nach Schutz und Geborgenheit in einer beängstigenden Welt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Treibt mich nun zur Stadt und in die Wände
- Personifikation
- Meine Augen, die es machtlos litten
- Vergleich
- Wie ein Schicksal ungewollt und wehe