Napoleon

Friedrich Hebbel

1813

Nennt doch den Korsen nicht groß! Er wußte die Menschen zu brauchen, Wies jedwedem den Platz, welcher ihm eignete, an, Knüpfte, was rings geschah, mit klugem Geiste zusammen, Nutze es listig und hieb endlich darein mit dem Schwert. Freilich, was rühmt man den Shakespeare! Er reihte Buchstab′ an Buchstab′, Setzte am richtigen Ort Komma und Kolon und Punkt, Mischte das Alphabet, wie andre, nur etwas geschickter, Bis ein Macbeth, ein Lear oder ein Hamlet entstand.

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Illustration zu Napoleon

Interpretation

Das Gedicht "Napoleon" von Friedrich Hebbel stellt einen Vergleich zwischen dem französischen Kaiser Napoleon Bonaparte und dem englischen Dramatiker William Shakespeare her. Der Autor relativiert die Größe Napoleons, indem er ihn als einen geschickten Manipulator und Nutznießer von Umständen darstellt, der die Menschen wie Schachfiguren einsetzt und Ereignisse mit List und Schwert vereint. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich Hebbel Shakespeare zu und relativiert auch dessen Größe. Er beschreibt den Dichter als jemanden, der lediglich Buchstaben, Kommata und Punkte aneinanderreiht und das Alphabet mischt, um berühmte Werke wie "Macbeth", "King Lear" und "Hamlet" zu schaffen. Auch hier wird die Leistung des Autors auf eine geschickte Anordnung von Elementen reduziert. Die Interpretation des Gedichts legt nahe, dass Hebbel die Bedeutung von Napoleon und Shakespeare in Frage stellt. Er stellt ihre Leistungen als das Ergebnis von Geschicklichkeit und Manipulation dar, anstatt sie als außergewöhnliche Genialität zu betrachten. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur von Größe und Leistung an und hinterfragt die Verehrung von historischen Figuren und Künstlern. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine skeptische Sicht auf die Verehrung von Napoleon und Shakespeare. Hebbel stellt ihre Leistungen als das Ergebnis von Geschicklichkeit und Manipulation dar, anstatt sie als außergewöhnliche Genialität zu betrachten. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur von Größe und Leistung an und hinterfragt die Verehrung von historischen Figuren und Künstlern.

Schlüsselwörter

buchstab nennt korsen groß wußte menschen brauchen wies

Wortwolke

Wortwolke zu Napoleon

Stilmittel

Alliteration
Nennt doch den Korsen nicht groß! Er wußte die Menschen zu brauchen, Wies jedwedem den Platz, welcher ihm eignete, an
Ironie
Freilich, was rühmt man den Shakespeare! Er reihte Buchstab' an Buchstab', Setzte am richtigen Ort Komma und Kolon und Punkt, Mischte das Alphabet, wie andre, nur etwas geschickter, Bis ein Macbeth, ein Lear oder ein Hamlet entstand
Metapher
Nennt doch den Korsen nicht groß! Er wußte die Menschen zu brauchen, Wies jedwedem den Platz, welcher ihm eignete, an, Knüpfte, was rings geschah, mit klugem Geiste zusammen, Nutze es listig und hieb endlich darein mit dem Schwert
Personifikation
Nutze es listig und hieb endlich darein mit dem Schwert
Vergleich
Freilich, was rühmt man den Shakespeare! Er reihte Buchstab' an Buchstab', Setzte am richtigen Ort Komma und Kolon und Punkt, Mischte das Alphabet, wie andre, nur etwas geschickter