Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns...
1917Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns. Ein Wind will auf. Voll Fremde, Heimweh-Schluchzen. Wir suchen irr. Nach Fleisch, nach Welt. Nach Lachen Wir sind umragt von uns. Der Durchbruch stockt. Die Fesseln. Schwer das Blut. Versenkt die Brunst, die stöhnt und aufwärts möchte.
Wir wollen Glanz und Weite, helle Höhen, vom Meer umweht. Und Küsse, tief ins Fleisch lechzende Jagd durch flammende Gebirge nach Panthern, Affen, Frauen und nach Schlaf. Nach süßen Nächten, die uns schlafen lassen. Wir sind nach Inseln toll in fremden Welten. Denn wir sind außer uns: Vor unsrer Engel! Und bauen immer heiß an unserm Traum.
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Interpretation
Das Gedicht "Nachtwache. Rot. Ein Atem ringt in uns..." von Ernst Wilhelm Lotz beschreibt eine intensive innere Unruhe und Sehnsucht. Die Nacht ist erfüllt von einem ringenden Atem, einem Wind, der voller Fremdheit und Heimweh-Schluchzen aufsteigen will. Die Sprecher suchen irrlichternd nach Fleisch, Welt und Lachen, umgeben von sich selbst. Der Durchbruch stockt, die Fesseln sind schwer, das Blut lastet. Die Brunst, die stöhnt und aufwärts möchte, versenkt sich. Die Sprecher sehnen sich nach Glanz und Weite, nach hellen Höhen, vom Meer umweht. Sie begehren Küsse, die tief ins Fleisch gehen, eine lechzende Jagd durch flammende Gebirge nach Panthern, Affen, Frauen und nach Schlaf. Sie träumen von süßen Nächten, die sie schlafen lassen. Sie sind toll nach Inseln in fremden Welten. Denn sie sind außer sich: vor ihrem Engel! Und sie bauen immer heiß an ihrem Traum.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- nach Panthern, Affen, Frauen
- Metapher
- bauen immer heiß an unserm Traum
- Personifikation
- Ein Wind will auf. Voll Fremde, Heimweh-Schluchzen