Nachts

Robert Eduard Prutz

1816

Nun ist der Tag gesunken, vom Berge steigt die Nacht, und hell mit tausend Funken die Sternlein sind erwacht.

Nun über Tal und Hügel, herab vom Sternenzelt, nun schwebt mit leisem Flügel die Freiheit durch die Welt.

Sie tritt an alle Hütten, sie pocht an jedes Tor, sie flüstert leise Bitten dem Schlummernden ins Ohr.

Sie weiht mit heißem Kusse den Jüngling und den Mann und haucht mit leisem Gruße auch den Gefangnen an.

Sie prüft am Schwert die Schneide, sie tritt zum Pulverfaß, sie zählt mit stummem Neide den Sand im Stundenglas:

Daß alle Seelen träumen, daß alle Herzen glühn, von Rossen, die sich bäumen, von Taten, stolz und kühn,

daß hinter Eisengittern, selbst der Gefangne lacht? Daß im Palast, mit Zittern, ein bleicher Mann erwacht!

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Nachts

Interpretation

Das Gedicht "Nachts" von Robert Eduard Prutz beschreibt die Nacht als eine Zeit der Freiheit und Inspiration. Die Nacht wird als ein mystischer Moment dargestellt, in dem die Freiheit erwacht und über die Welt schwebt. Sie tritt an alle Hütten und pocht an jedes Tor, um den Menschen leise Bitten zu flüstern. Die Freiheit weiht den Jüngling und den Mann mit einem heißen Kuss und haucht auch den Gefangenen zu. Sie prüft am Schwert die Schneide und tritt zum Pulverfass, um den Sand im Stundenglas zu zählen. Das Gedicht endet mit der Frage, ob alle Seelen träumen und alle Herzen glühen, ob hinter Eisengittern auch der Gefangene lacht und ob im Palast ein bleicher Mann mit Zittern erwacht. Das Gedicht thematisiert die Nacht als eine Zeit der Freiheit und Inspiration. Die Freiheit wird als eine mystische Gestalt dargestellt, die über die Welt schwebt und den Menschen leise Bitten zuflüstert. Sie weiht den Jüngling und den Mann mit einem heißen Kuss und haucht auch den Gefangenen zu. Die Freiheit prüft am Schwert die Schneide und tritt zum Pulverfass, um den Sand im Stundenglas zu zählen. Das Gedicht endet mit der Frage, ob alle Seelen träumen und alle Herzen glühen, ob hinter Eisengittern auch der Gefangene lacht und ob im Palast ein bleicher Mann mit Zittern erwacht.

Schlüsselwörter

alle erwacht leisem tritt mann tag gesunken berge

Wortwolke

Wortwolke zu Nachts

Stilmittel

Alliteration
Von Rossen, die sich bäumen, von Taten, stolz und kühn.
Anapher
Sie tritt an alle Hütten, sie pocht an jedes Tor, sie flüstert leise Bitten.
Bildsprache
Die Beschreibung der Freiheit, die den Jüngling und den Mann mit einem heißen Kuss weiht und dem Gefangnen einen leisen Gruß haucht.
Hyperbel
Die Freiheit wird als eine allgegenwärtige Kraft dargestellt, die jeden erreicht, von den Hütten bis zu den Palästen.
Kontrast
Der Kontrast zwischen dem schlafenden Gefangnen, der lacht, und dem bleichen Mann im Palast, der mit Zittern erwacht.
Metapher
Die Freiheit wird als eine Person dargestellt, die durch die Welt schwebt und mit Menschen interagiert.
Personifikation
Die Nacht steigt vom Berge, die Freiheit schwebt mit leisem Flügel durch die Welt, sie tritt an alle Hütten und pocht an jedes Tor.
Symbolik
Die Sterne werden als 'tausend Funken' beschrieben, was Helligkeit und Hoffnung symbolisieren könnte.