Nachts

Jakob van Hoddis

1887

Ja ich träume. Eine Tasse Steht auf einem Tische rund, Ach, was ist denn diese krasse Sache, die ich sehend hasse? Tut sie nicht ein Wunder kund?

Ja. Ich werde mich begnügen, Dass es solch ein Ding noch gibt, Das sich nicht mit Engelsflügeln Aufwärts hebt und fort begibt.

Schließlich könnten Teller schweben, Stühle streckend alle vier Beine aufwärts wie Epheben - Gott, mein Gott, ich danke dir.

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Illustration zu Nachts

Interpretation

Das Gedicht "Nachts" von Jakob van Hoddis beschreibt einen Traumzustand, in dem der Sprecher eine Tasse auf einem Tisch beobachtet. Die Tasse wird als etwas "krasse" und "hasse" beschrieben, was auf eine gewisse Unruhe oder Verwirrung des Träumenden hinweist. Die Frage, ob die Tasse ein Wunder vollbringt, unterstreicht die surreale und traumhafte Atmosphäre des Gedichts. Der Sprecher findet Trost darin, dass es noch Dinge gibt, die sich nicht mit Engelsflügeln erheben und davonfliegen. Dies deutet auf eine Sehnsucht nach Stabilität und Bodenständigkeit in einer Welt hin, die von Veränderung und Unberechenbarkeit geprägt ist. Die Vorstellung, dass Teller schweben und Stühle ihre Beine nach oben strecken könnten, verstärkt die traumhafte und surrealistische Stimmung des Gedichts. Im letzten Vers dankt der Sprecher Gott dafür, dass nicht alles in der Welt in Bewegung gerät und sich verändert. Diese Dankbarkeit kann als Ausdruck der Erleichterung und des Trostes verstanden werden, dass es trotz der Unsicherheit und des Wandels noch Dinge gibt, die Bestand haben und verlässlich sind. Das Gedicht vermittelt somit eine Mischung aus Unruhe, Sehnsucht und Dankbarkeit, die typisch für die expressionistische Dichtung ist.

Schlüsselwörter

aufwärts gott träume tasse steht tische rund krasse

Wortwolke

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Stilmittel

Apostrophe
Gott, mein Gott, ich danke dir
Bildsprache
Das sich nicht mit Engelsflügeln Aufwärts hebt und fort begibt
Kontrast
Dass es solch ein Ding noch gibt, Das sich nicht mit Engelsflügeln Aufwärts hebt und fort begibt
Metapher
Eine Tasse steht auf einem Tische rund
Personifikation
Stühle streckend alle vier Beine aufwärts wie Epheben