Nachts
1757Alles ruht - nur meine Seele Ist noch ihrem Kummer wach; Schmerzlicher, weil ichs verhehle, Drückt sie ihr gepreßtes: Ach!
Schwüle liegt auf meinem Herzen, Schwerer Ahndung bange Last - Nie verschwinden diese Schmerzen, Nur im Grabe wohnet Rast -
Gott! mein Gott! o gieb mir Stille, Sprich zu meinem Geiste: Ruh! Bey dir ist des Friedens Fülle, Wink mir süßen Schlummer zu.
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Interpretation
Das Gedicht "Nachts" von Johanna Sophie Dorothea Albrecht beschreibt die nächtliche Unruhe und den seelischen Schmerz der lyrischen Ich. Während die Welt um sie herum zur Ruhe kommt, ist ihre Seele wach und von Kummer geplagt. Der Schmerz wird durch das Verheimlichen noch intensiver empfunden, was sich in dem gepressten "Ach!" ausdrückt. Die Atmosphäre ist schwer und bedrückend, geprägt von schwüler Hitze und einer Last der bangen Ahnung. Die lyrische Ich fühlt sich von diesen Schmerzen überwältigt und sieht nur im Tod eine mögliche Ruhe. Die zweite Strophe vertieft die Verzweiflung der lyrischen Ich. Sie fühlt sich von den Schmerzen gefangen und sieht keinen Ausweg außer dem Tod, der als "Grab" bezeichnet wird. Die Bitte an Gott, ihr Stille und Ruhe zu geben, zeigt ihre Hoffnungslosigkeit und ihren Wunsch nach Erlösung. Die lyrische Ich sehnt sich nach Frieden und Schlaf, die sie nur bei Gott finden kann. Die Erwähnung von "Friedens Fülle" und "süßen Schlummer" unterstreicht ihren Wunsch nach innerem Frieden und Erholung von den nächtlichen Qualen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Schwüle liegt auf meinem Herzen
- Kontrast
- Alles ruht - nur meine Seele
- Metapher
- Schwerer Ahndung bange Last
- Personifikation
- Alles ruht
- Symbolik
- Grabe wohnet Rast