Nachtlied
1788Vergangen ist der lichte Tag, Von ferne kommt der Glocken Schlag; So reist die Zeit die ganze Nacht, Nimmt manchen mit, ders nicht gedacht.
Wo ist nun hin die bunte Lust, Des Freundes Trost und treue Brust, Des Weibes süßer Augenschein? Will keiner mit mir munter sein?
Da′s nun so stille auf der Welt, Ziehn Wolken einsam übers Feld, Und Feld und Baum besprechen sich, - O Menschenkind! was schauert dich?
Wie weit die falsche Welt auch sei, Bleibt mir doch Einer nur getreu, Der mit mir weint, der mit mir wacht, Wenn ich nur recht an ihn gedacht.
Frisch auf denn, liebe Nachtigall, Du Wasserfall mit hellem Schall! Gott loben wollen wir vereint, Bis daß der lichte Morgen scheint!
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Interpretation
Das Gedicht "Nachtlied" von Joseph von Eichendorff beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Einsamkeit des Menschen. Der Dichter reflektiert über den Verlust von Freunden, Liebe und Freude und stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens in einer stillen und scheinbar leeren Welt. Trotz der Traurigkeit und Einsamkeit findet der Sprecher Trost in der Vorstellung eines treuen Begleiters, der ihn in schweren Zeiten begleitet. Das Gedicht ist in fünf Strophen unterteilt, wobei jede Strophe ein anderes Thema behandelt. Die erste Strophe beschreibt den Verlauf der Zeit und die Vergänglichkeit des Lebens. Die zweite Strophe thematisiert den Verlust von Freunden, Liebe und Freude. Die dritte Strophe reflektiert über die Einsamkeit des Menschen in einer stillen Welt. Die vierte Strophe findet Trost in der Vorstellung eines treuen Begleiters. Die fünfte Strophe schließt das Gedicht mit einem Aufruf zur Freude und zum Lob Gottes ab. Die Sprache des Gedichts ist einfach und klar, aber dennoch sehr poetisch. Eichendorff verwendet viele Bilder und Metaphern, um seine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Das Gedicht ist ein Beispiel für die romantische Dichtung, die sich mit den Themen Natur, Einsamkeit und der Suche nach dem Sinn des Lebens beschäftigt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Des Freundes Trost und treue Brust
- Bildsprache
- Ziehn Wolken einsam übers Feld
- Kontrast
- Wie weit die falsche Welt auch sei
- Personifikation
- So reist die Zeit die ganze Nacht
- Rhetorische Frage
- Will keiner mit mir munter sein?