Nachthimmel und Sternenfall
1924Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung, ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt. Und wir, zu ferne für die Angestaltung, zu nahe für die Abkehr hingestellt.
Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn, bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen: Was ist begonnen, und was ist verflossen? Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?
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Interpretation
Das Gedicht "Nachthimmel und Sternenfall" von Rainer Maria Rilke beschreibt die Beziehung des Menschen zum unendlichen Universum. Der Himmel wird als groß und voller herrlicher Verhaltung dargestellt, als ein Vorrat an Raum und ein Übermaß an Welt. Die Menschen hingegen werden als zu fern für die Angestellung und zu nahe für die Abkehr beschrieben, was ihre Unbedeutendheit im Vergleich zum Universum unterstreicht. In der zweiten Strophe fällt ein Stern, was als ein Ereignis dargestellt wird, das den Menschen zum Wünschen anregt. Der Wunsch wird als bestürzter Aufblick und dringend angeschlossen beschrieben, was die menschliche Sehnsucht nach Antworten und Erklärungen im Angesicht des Unendlichen ausdrückt. Die Fragen "Was ist begonnen, und was ist verflossen? Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?" verdeutlichen die Suche nach Sinn und Verständnis im Leben. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe menschliche Sehnsucht nach Antworten und Verständnis im Angesicht des unendlichen Universums. Die Metapher des fallenden Sterns dient als Auslöser für diese Suche und unterstreicht die menschliche Neugier und den Wunsch nach Erkenntnis.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn, bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen
- Gegenüberstellung
- zu ferne für die Angestellung, zu nahe für die Abkehr hingestellt
- Hyperbel
- ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt
- Metapher
- Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung
- Personifikation
- Was ist begonnen, und was ist verflossen? Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?