Nachtgebet der Braut
1863O mein Geliebter - in die Kissen bet ich nach dir, ins Firmament! O könnt ich sagen, dürft er wissen, wie meine Einsamkeit mich brennt!
O Welt, wann darf ich ihn umschlingen! O laß ihn mir im Traume nahn, mich wie die Erde um ihn schwingen und seinen Sonnenkuß empfahn
und seine Flammenkräfte trinken, ihm Flammen, Flammen wiedersprühn, o Welt, bis wir zusammensinken in überirdischem Erglühn!
O Welt des Lichtes, Welt der Wonne! O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual! O Traum der Erde: Sonne, Sonne! O mein Geliebter - mein Gemahl -
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Interpretation
Das Gedicht "Nachtgebet der Braut" von Richard Dehmel thematisiert die Sehnsucht einer Braut nach ihrem Geliebten in der Nacht. Die Sprecherin betet zu ihrem Geliebten und wünscht sich, dass er ihre Einsamkeit und Sehnsucht nach ihm versteht. In den folgenden Strophen beschreibt die Sprecherin ihre Wünsche und Sehnsüchte. Sie wünscht sich, dass ihr Geliebter im Traum zu ihr kommt und sie sich wie die Erde um ihn schwingen kann, um seinen "Sonnenkuß" zu empfangen. Die Sprecherin möchte seine "Flammenkräfte" trinken und ihm im Gegenzug Flammen entgegenbringen, bis sie gemeinsam in einem "überirdischen Erglühen" versinken. Das Gedicht endet mit einer Mischung aus Licht und Dunkelheit, Wonne und Qual, Sehnsucht und Traum. Die Sprecherin ruft die "Welt des Lichtes" und die "Welt der Wonne" an, aber auch die "Nacht der Sehnsucht" und die "Welt der Qual". Sie sehnt sich nach ihrem Geliebten, der ihr "Sonne" ist, und betont ihre Rolle als seine Braut und Gemahlin.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Anapher
- O mein Geliebter - mein Gemahl -
- Metapher
- zusammensinken in überirdischem Erglühn
- Personifikation
- O Welt des Lichtes, Welt der Wonne! O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual!