Nachgefühl
1749Wenn die Reben wieder blühen, Rühret sich der Wein im Fasse; Wenn die Rosen wieder glühen, Weiß ich nicht, wie mir geschieht.
Tränen rinnen von den Wangen, Was ich tue, was ich lasse; Nur ein unbestimmt Verlangen Fühl′ ich, das die Brust durchglüht.
Und zuletzt muß ich mir sagen, Wenn ich mich bedenk′ und fasse, Daß in solchen schönen Tagen Doris einst für mich geglüht.
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Interpretation
Das Gedicht "Nachgefühl" von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigt sich mit dem Thema der Sehnsucht und der Erinnerung an vergangene Liebe. Der Sprecher fühlt sich von einer unbestimmten Sehnsucht ergriffen, die ihn in den Bann zieht und ihm die Tränen in die Augen treibt. Diese Sehnsucht ist so stark, dass sie sein ganzes Sein durchglüht und ihn in einen Zustand der Verwirrung versetzt. Die Natur dient als Spiegel für die inneren Gefühle des Sprechers. Die blühenden Reben und die glühenden Rosen symbolisieren die Schönheit und die Leidenschaft, die der Sprecher einst mit Doris geteilt hat. Die Jahreszeiten wechseln, aber die Erinnerung an diese Liebe bleibt lebendig und beeinflusst den Sprecher tiefgreifend. Am Ende des Gedichts kommt der Sprecher zu der Erkenntnis, dass diese Sehnsucht und dieses Gefühl der Leidenschaft auf die Erinnerung an Doris zurückzuführen sind. In den schönen Tagen der Vergangenheit hat Doris für ihn geglüht, und diese Erinnerung entfacht in ihm erneut das Feuer der Sehnsucht und der Liebe. Das Gedicht verdeutlicht, wie stark die Erinnerung an eine vergangene Liebe sein kann und wie sie das gegenwärtige Empfinden beeinflusst.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Was ich tue, was ich lasse
- Metapher
- Doris einst für mich geglüht
- Personifikation
- Wenn die Rosen wieder glühen